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Inmitten der militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Südkorea am Samstag dutzende Arbeiter aus dem Industriekomplex Kaesong in Nordkorea abgezogen. Die Zukunft der von beiden koreanischen Staaten gemeinsam betriebenen Sonderwirtschaftszone ist damit ungewiss.

Nach amtlichen südkoreanischen Angaben passierten 126 Kaesong-Beschäftigte, unter ihnen ein Chinese, bei Paju die Grenze nach Südkorea. Die Rückkehr der übrigen rund 50 Beschäftigten aus dem von Nord- und Südkorea gemeinsam betriebenen Industriepark wurde für Montag erwartet.

Cho Yong Joo, Manager einer Elektronikfirma in Seoul, sagte AFP, er fühle sich "eher beunruhigt als erleichtert" über seine erste Rückkehr innerhalb eines Monats. "Kaesong sollte überleben, aber die Dinge stehen nicht gut", fügte er hinzu. Einige Arbeiter brachen in Tränen aus, als Kollegen in Südkorea sie zuhause willkommen hiessen.

In der grenznahen Sonderwirtschaftszone hatten sich seit 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt. Für sie arbeiteten auch mehr als 50'000 Menschen aus Nordkorea. Südkorea hatte am Freitag alle seine Staatsbürger aufgerufen, die Anlage zu verlassen.

Zuvor hatte Nordkorea der Aufforderung des Südens zu Verhandlungen über Kaesong eine Absage erteilt. Obwohl die Sonderwirtschaftszone für Pjöngjang ein wichtiger Devisenbringer ist, hatte der Norden Anfang April südkoreanischen Beschäftigten den Zugang verwehrt.

Forderungen des Nordens

Am 9. April zog Pjöngjang zudem alle seine Arbeitskräfte ab. Es begründete den Schritt mit einem von Seoul erwähnten "militärischen" Notfallplan zum Schutz seiner Beschäftigten in Kaesong.

Pjöngjang hatte zuletzt wiederholt gefordert, die von der UNO nach einem Atomtest Nordkoreas im Februar verhängten Strafmassnahmen aufzuheben und die gemeinsamen Militärmanöver von Südkorea und USA zu beenden.

Zugleich drohte es mehrfach mit atomaren Angriffen auf Südkorea und Japan. Die USA beorderten hochmoderne Kampfjets nach Südkorea, darunter Tarnkappenbomber und zwei atomwaffenfähige B-52-Bomber.

US-Bürger droht Prozess

Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Samstag, dem Ende des vergangenen Jahres festgenommenen US-Bürger Pae Jun Ho werde wegen "Verbrechen zum Sturz der Demokratischen Volksrepublik Korea" bald vor dem Obersten Gericht der Prozess gemacht.

Er habe die ihm zur Last gelegten Taten in den niedrigeren Instanzen gestanden. Worauf die Anschuldigungen im einzelnen beruhen, legte KCNA nicht dar. Pae war nach nordkoreanischen Angaben am 3. November als Tourist in das abgeschottete Land eingereist.

Eine südkoreanische Zeitschrift identifizierte ihn als 44-jährigen Tourismusmanager, der mit fünf Touristen durch Nordkorea gereist sei, von denen einer eine Computerfestplatte mit sensiblen Daten bei sich gehabt habe. In der Vergangenheit waren in Nordkorea wiederholt US-Bürger festgenommen und nach Verhandlungen freigelassen worden.

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SDA-ATS