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Seit ihrer Auszeichnung sind mehr als 20 Jahre vergangen: Am Dienstag nun hat die burmesische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi in Strassburg den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit vom Europaparlament entgegengenommen.

Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte die Friedensnobelpreisträgerin von 1991 als "grosses Symbol des Kampfes für Freiheit und Demokratie". Zwischen der Preisverleihung und der Übergabe der Auszeichnung lägen 23 Jahre, sagte Schulz.

Dies seien Jahre des Leids, der Unterdrückung, Jahre, in denen Suu Kyi "eingeschlossen und abgekoppelt" gewesen sei. Doch sie habe ihren Kampf für ihre eigene Freiheit und die Freiheit ihres Volkes nie aufgegeben. "Sie haben sich nicht brechen lassen, und das Wichtigste, Sie haben gewonnen", sagte Schulz unter anhaltendem Applaus der Abgeordneten.

Die 68-jährige Oppositionspolitikerin rief die EU in ihrer Dankesrede auf, Burma auf seinem Weg zur Demokratie zu helfen. Dieses Ziel sei noch nicht erreicht. Es sei noch viel Arbeit zu leisten, damit die "Hoffnungen und Träume" des burmesischen Volkes Realität werden. Das grösste Hindernis sei die Angst. "Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kinder keine Angst mehr haben." Die jungen Menschen in Burma müssten noch lernen, ihre Rechte einzufordern.

Verfassung ändern

Abermals verlangte die Oppositionelle eine Reform der burmesischen Verfassung, die noch aus der Zeit des Militärregimes stammt. Suu Kyi, die mit einem mittlerweile verstorbenen Briten verheiratet war, hatte kürzlich angekündigt, sie wolle bei der Präsidentschaftswahl 2015 antreten. Die Verfassung schliesst gegenwärtig aber Burmesen mit ausländischen Ehepartnern vom höchsten Staatsamt aus.

Den Preis hatte ihr das Europaparlament bereits im Jahre 1990 zuerkannt. Zu diesem Zeitpunkt durfte Suu Kyi aber nicht ausreisen, an der Zeremonie in Strassburg nahmen damals ihr Mann und ihr Sohn teil.

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte Preis ist mit 50'000 Euro dotiert. Er wird seit 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich auf vorbildliche Weise für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Der diesjährige Preis wurde am 10. Oktober der bei einem Anschlag der Taliban lebensgefährlich verletzten pakistanischen Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai zuerkannt.

SDA-ATS