Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Ein Organspendeausweis zeigt auf, dass der Träger oder die Trägerin bereit ist, seine Organe nach dem Tod zu spenden. (Archivbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Swisstransplant will eine Volksinitiative unterstützen, mit der Organspenden in der Schweiz erleichtert werden sollen. Das Begehren, das von der jungen Wirtschaftskammer Schweiz getragen wird, geht vom Prinzip der Widerspruchsregelung aus.

Der Stiftungsrat von Swisstransplant habe am Donnerstagabend entschieden, die Initiative zu unterstützen, sagte Vizepräsident Philippe Morel der Nachrichtenagentur sda am Samstag in Genf. Ein so unangefochtenes Resultat wäre noch vor drei Jahren nicht möglich gewesen, sagte Swisstransplant-Direktor Franz Immer.

Vom Parlament abgelehnt

Die Volksinitiative soll nach Angaben der Swisstransplant-Vertreter im Oktober lanciert werden. Mit der Widerspruchslösung wird, wer sich zu Lebzeiten nicht ausdrücklich gegen eine Organspende ausgesprochen hat, nach dem Tod automatisch zum Spender. Auch in der Schweiz ist schon über das Modell diskutiert worden.

Die eidgenössischen Räte lehnten dann aber den Wechsel von der derzeitigen Zustimmungsregelung - bevor Organe entnommen werden können, müssen die verstorbene Person oder ihre Angehörigen zustimmen - zur Widerspruchsregelung ab. Stattdessen beschloss das Parlament einen Aktionsplan, der unter anderem zu einer besseren Information der Bevölkerung führen sollte.

Am Donnerstagabend hatte Franz Immer in der Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens angekündigt, ein nationales Register von Organspendern und -spenderinnen schaffen zu wollen. Es müsste online und rund um die Uhr zugänglich sein, sagte Immer in der Sendung.

Zahlen unter Erwartungen

2016 lag in der Schweiz die Zahl der Organspender deutlich unter den Erwartungen. Es gab 111 verstorbene Organspender. Dies entsprach 13,3 Spendern pro Million Einwohnern.

2015 war mit 143 verstorbenen Spendern oder 17,4 Spendern pro Million Einwohner das bisher beste Jahr für die Organspende in der Schweiz. Die Zahl der Patienten, die auf ein Spenderorgan warteten, stieg auf rund 1480. Die Organspende liege in der Schweiz im europäischen Vergleich im unteren Drittel, schrieb Swisstransplant.

Für Swisstransplant ist das Ziel von 20 Spendern auf eine Million Einwohner bis 2018 angesichts von diesen Zahlen schwer erreichbar.

Europäischer Organspendetag

Die Schweiz war am Samstag Gastgeberland des Europäischen Organspendetags. Zu dem Anlass fanden mehrere Veranstaltungen statt. In Bern kamen auf dem Bundesplatz neben Vertretern aus dem Gesundheitswesen und anderen Exponenten auch Spender und Empfänger zusammen.

Der Tag wurde vom Europarat 1996 ins Leben gerufen und soll die Zahl der Organspenden erhöhen. Am Samstag fanden der nationale, der europäische und der internationale Organspendetag erstmals am gleichen Tag statt.

Die Schweiz hat in der Transplantationsmedizin eigentlich eine Pionierrolle. 1883 pflanzte der Berner Chirurg und spätere Nobelpreisträger Theodor Kocher einem jungen Mann Schilddrüsengewebe in die Haut und die Bauchhöhle ein.

Zu Beginn der 1970er-Jahre entdeckten die Sandoz-Forscher Hartmann Stähelin und Jean-François Borel das Ciclosporin. Daraus entwickelten sich die ersten Immunsuppressiva, welche die Abstossung transplantierter Organe verhindern.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS