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Syrische Regierungstruppen in Banias - Mehr als 1000 Festnahmen

In Syrien haben Regierungstruppen nach Angaben der Demokratiebewegung eine weitere Protesthochburg eingenommen: In der Küstenstadt Banias seien Soldaten in mehrere Bezirke vorgedrungen, die in der Hand der Demonstranten gewesen seien.

Dies sagte ein Anführer der dortigen Protestbewegung der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Wie zuvor in Daraa habe die Armee auch in Banias damit begonnen, Verdächtige festzunehmen.

In Banias kontrollierten Soldaten nach Oppositionsangaben die Personalien von Zivilisten und führten zahlreiche Männer ab. "Sie haben es auf Sunniten abgesehen", sagte der Protest-Anführer Anas al-Schughri.

Die Armee bewaffne zudem Mitglieder der alevitischen Minderheit und hetze gegen die sunnitische Mehrheit. Präsident Baschar al-Assad gehört - wie viele Militärs - zu den Aleviten, die viele als einen Zweig der Schiiten ansehen.

Razzien und Verhaftungen

Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden in den vergangenen Tagen mehr als 1000 Regierungskritiker in Haft genommen. Viele weitere seien als vermisst gemeldet worden.

Der Vorsitzende der Nationalen Organisation für Menschenrechte in Syrien, Ammar Kurabi, erklärte am Dienstag, seine Gruppe habe die Namen der Menschen dokumentiert, die seit Samstag bei Razzien festgenommen worden seien.

Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) berichtete, es gebe auch Beweise dafür, dass unter anderen der Autor Omar Kusch am Montag und die Al-Dschasira-Journalistin Dorothy Parvaz am Freitag am Flughafen von Damaskus festgenommen worden seien.

Der syrische Präsident Assad sieht sich seit sechs Wochen wachsender Proteste gegen seine Regierung ausgesetzt. Das Regime reagierte mit Gewalt. Seit Beginn der Offensive gegen die Protestbewegung kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 560 Zivilpersonen ums Leben.

Die Regierung schiebt die Unruhen auf eine Verschwörung aus dem Ausland und auf "Terrororganisationen", die die Proteste genutzt hätten, um das Land zu destabilisieren.

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