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Das syrische Militär hat seinen Kampf gegen Regierungsgegner verschärft und am Sonntag eine Protesthochburg im Norden des Landes gestürmt. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad nahmen Anwohnern zufolge das nahe der Grenze zur Türkei gelegene Dschisr al-Schughur unter schweren Beschuss.

Die Regierungstruppen seien mit bis zu 150 Panzern in die seit Tagen eingekesselte Stadt eingezogen, aus der bereits Tausende Menschen in die Türkei geflohen sind.

Von Assads Bruder Maher befehligte Truppen seien in der Nacht auf Sonntag in Dschisr al-Schughur eingerückt, sagten Anwohner. Die Soldaten hätten in den Strassen Maschinengewehrsalven abgefeuert. Auch aus über der Stadt kreisenden Helikoptern werde geschossen.

Zuvor sei die Stadt wahllos von Panzern beschossen worden. Flüchtlinge berichteten von getöteten Zivilisten. Zudem hätten Soldaten umliegende Felder zerstört sowie Kühe und Schafe getötet.

Regierung: Vorgehen gegen Banden

Nach ersten Berichten staatlicher syrischer Medien wurden bei den "schweren Zusammenstössen" zwei Angehörige "bewaffneter Gruppen" getötet und zahlreiche weitere festgenommen. Auch ein Soldat der Regierungstruppen kam dabei ums Leben, vier weitere wurden verletzt.

Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA fanden die einrückenden Truppen beim Sitz der örtlichen Geheimpolizei ein "Massengrab". Aus diesem seien zehn verstümmelte Leichen geborgen worden, die sterblichen Überreste von Polizisten und Soldaten, die angeblich von "terroristischen Gruppen" getötet wurden.

Die Agentur SANA meldete weiter, die Truppen seien gegen Bewaffnete in einem Spital vorgegangen.

Keine unabhängigen Informationen

Die syrische Führung hat die meisten Auslandskorrespondenten ausgewiesen, so dass eine Überprüfung der Berichte schwierig ist. Ein westlicher Diplomat in Damaskus sagte, er halte die Berichte über Gefechte für unglaubwürdig. Die meisten Einwohner hätten die Stadt längst verlassen.

Dschisr al-Schughur gilt als strategisch wichtig, weil es auf der Strecke zwischen Syriens zweitgrösster Stadt Aleppo und dem wichtigen Mittelmeerhafen Latakia liegt. Die meisten der rund 50'000 Einwohner waren bereits in den vergangenen Tagen aus Furcht vor den heranrückenden Truppen geflohen.

Das Militär hatte seine Offensive gestartet, nachdem in der vergangenen Woche in Dschisr al-Schughur 120 Soldaten getötet worden waren.

Der Türkei zufolge flohen bereits 4300 Syrer über die Grenze. Dem Diplomaten in Damaskus zufolge sind es sogar deutlich mehr. Der Flüchtlingsstrom halte zudem an. Augenzeugen zufolge haben rund Zehntausend weitere Flüchtlinge Zeltlager im Grenzgebiet auf syrischer Seite aufgeschlagen.

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SDA-ATS