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Das Geburtstagskind Tadesse Abraham läuft am EM-Marathon in Berlin zu Silber. Obwohl der Schweizer als Favorit antrat, gilt: Er hat Silber gewonnen und nicht Gold verloren.

Zwar hatte sich Abraham auf dem vier Mal zu absolvierenden Rundkurs in der deutschen Hauptstadt Gold zum Ziel gesetzt, dennoch hätte er sich keinen schöneren Geburtstag vorstellen können. "Ich denke, ich habe das gezeigt, was ich kann", sagte der gebürtige Eritreer, der seit 2014 den Schweizer Pass besitzt. "Am Ende war es hart. Ich muss zufrieden sein mit dem 2. Platz."

Abraham zeigte wie erwartet von Beginn weg Präsenz und lief vorne mit. Nach 31 Kilometern bildete er zusammen mit dem späteren Sieger Koen Naert und dem italienischen Bronzemedaillengewinner Yassine Rachik ein Spitzentrio. Bei der nächsten Zwischenzeit vier Kilometer später lag Abraham dann allerdings 29 Sekunden hinter Naert.

Als Naert die Kadenz erhöht habe, sei er etwa zwei Kilometer mitgegangen, dann habe er sich aber entschieden, das eigene Tempo zu laufen, schilderte Abraham diese Phase. Das habe ihm ermöglicht, Zweiter zu werden. Abraham hoffte zwar noch auf einen Einbruch von Naert. Der ehemalige 10'000-m-Läufer zeigte aber bei seinem ersten EM-Titel keine Schwäche und erreichte das Ziel in der persönlichen Bestzeit von 2:09:51 Stunden mit einem Vorsprung von 1:33 Minuten auf den Schweizer. "Er war heute besser als ich. Ich kann ihm nur gratulieren", zollte Abraham dem Sieger Respekt.

Die Temperaturen waren für ihn kein Problem, auch bezüglich Verpflegung lief alles nach Plan. Zudem war er sehr angetan von den zahlreichen Schweizer Fans am Streckenrand. "Ich fühlte mich wie in der Schweiz", sagte Abraham, der sich in Äthiopien auf den EM-Marathon vorbereitet hatte und erst am Donnerstag nach Berlin gereist war. Nun ist zunächst einmal Erholung angesagt. Am kommenden Mittwoch reist er für eine Woche nach Zypern. "Es ist eine Überraschung. Meine Frau hat gebucht."

Abraham sicherte sich bereits seine dritte Medaille an Europameisterschaften. Vor zwei Jahren in Amsterdam hatte er im Halbmarathon Gold im Einzel und mit dem Team gewonnen. Auch diesmal schielten die Schweizer im Teamwettbewerb auf einen Podestplatz, sie mussten sich jedoch mit dem 4. Platz begnügen. Auf die drittklassierten Österreicher verloren sie 2:29 Minuten - die Zeiten der besten drei Läufer pro Nation wurden kumuliert. Für die Schweiz kamen noch Christian Kreienbühl (27./2:19:00) und Andreas Kempf (42./2:21:35) in die Wertung. Den Titel holte Italien vor Spanien.

Strähl überrascht sich selber

Bei den Frauen zeigte die ohne Uhr laufende Martina Strähl eine Leistung, die sie selber überraschte. Mit 2:28:07 Stunden verbesserte die 31-jährige Solothurnerin die persönliche Bestleistung um 2:51 Minuten. Zum Schweizer Rekord von Maja Neuenschwander (2:26:49) fehlt ihr somit nicht mehr viel.

"Der 7. Rang ist nach der durchzogenen Vorbereitung genial", so Strähl. Damit sprach sie an, dass ihr in den letzten zwei Wochen eine Entzündung im Fuss zu schaffen gemacht hatte. Zwar verspürte sie auch während dem Rennen Schmerzen, diese verschlimmerten sich aber nicht.

Ohnehin ist sich Strähl, die in der ersten Streckenhälfte zuvorderst lief, Rückschläge gewöhnt. Ihr Körper ist äusserst fragil und anfällig für Verletzungen. Deshalb feierte das Lauftalent ihre grössten Erfolge im Berglauf, in dem kleinere Kräfte auf den Bewegungsapparat wirken. Dort gewann sie einmal den WM- und zweimal den EM-Titel. Ende August 2017 musste Strähl gar um ihr Leben kämpfen, als sie bei einer Magenblutung zwei Drittel ihres Blutes verlor. Dass sie eine Kämpferin par excellence ist, bewies sie nun in Berlin einmal mehr.

Wie Strähl gelang auch der Westschweizerin Laura Hrebec (28.) mit 2:39:03 Stunden eine persönliche Bestzeit. Karoline Moen Guidon (2:46:56) belegte Rang 39. In der Teamwertung reichte dies zum 5. Platz.

Gold bei den Frauen gewann trotz Nasenbluten die Topfavoritin Wolha Masuronak (2:26:22), vor zwei Jahren an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Fünfte. Obwohl die Weissrussin kurz vor dem Ziel falsch abgebogen war, liess sie Clémence Calvin im Endspurt keine Chance. Die Französin bestritt ihren ersten Marathon überhaupt. Knapp dahinter folgte die Tschechin Eva Vrabcova-Nyvltova.

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SDA-ATS