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Taifun "Hagupit" richtet Verwüstungen auf Philippinen an

Der Taifun "Hagupit" ist mit gewaltigen Sturmböen und schweren Niederschlägen über den Osten der Philippinen hereingebrochen. Häuser wurden eingerissen, Küstenorte mit Flutwellen überschwemmt. Nach ersten Angaben starben mindestens drei Menschen, eine grosse menschliche Katastrophe aber blieb aus.

Mehr als 1,2 Million Menschen aus den am stärksten gefährdeten Gebieten brachten sich dank frühzeitiger Warnungen in Sicherheit. Sie kamen bei Verwandten im Landesinneren oder in Notunterkünften unter. Der UNO zufolge handelte es sich um eine der grössten Evakuierungsaktionen, die es zu Friedenszeiten je gegeben hat.

Auf der abgelegenen Insel Samar ertrank nach ersten Angaben eine Frau. Ein Mann und ein Kind starben nach Angaben der Lokalbehörden durch Unterkühlung.

Über 200 Stundenkilometer

Der Wirbelsturm hatte Samar am Samstagabend mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde erreicht. Der Wind habe vor allem an der Küste Häuser "weggeblasen", sagte die Bürgermeisterin der Stadt Catbalogan, Stephanie Uy-Tan, am Sonntagmorgen. Der Wind habe Bäume und Stromleitungen umgerissen und Dächer abgedeckt. Viele Gebiete stünden unter Wasser.

In der Stadt Tacloban, die vor einem Jahr von dem verheerenden Supertaifun "Haiyan" verwüstet wurde, wurden Behelfsunterkünfte aus Palmenzweigen zerstört, wie der stellvertretende Bürgermeister Jerry Yaokasin sagte. Ersten Erkenntnissen zufolge gebe es dort aber keine Todesopfer.

Die Stadt sei dieses Mal "besser vorbereitet" gewesen. Bis zu 50'000 Menschen wurden demnach vorsorglich in Notunterkünften untergebracht.

Rasche Hilfe ermöglichen

Wo der Taifun durchgezogen war, begannen die Aufräumarbeiten. "Wir konzentrieren uns darauf, Korridore freizumachen, damit Hilfsgüter schnell verteilt werden können", sagte der Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Alexander Pama. "Das schaffen wir nicht überall heute, aber in den nächsten Tagen."

Im vergangenen Jahr warteten Hunderttausende Obdachlose tagelang verzweifelt auf das Nötigste, wie Trinkwasser und Plastikplanen zum Schutz vor Regen.

Taifun könnte Manila treffen

In der Region Bicol, wo "Hagupit" am Sonntag und Montag erwartet wurde, brachten sich hunderttausende Menschen in Schulen, Kirchen und anderen Notunterkünften in Sicherheit. In der Stadt Legaspi schwappten mehr als einen Meter hohe Wellen über die Ufermauern.

Es wird erwartet, dass "Hagupit" drei Tage braucht, um über die Philippinen hinwegzuziehen. Die örtliche Wetterbehörde Pagasa und das Taifunwarnzentrum der US-Marine haben leicht unterschiedliche Verläufe des Wirbelsturms vorhergesagt, wobei das US-Zentrum davon ausgeht, dass "Hagupit" noch näher an die Hauptstadt Manila heranrückt.

Manilas Behörden waren entsprechend in Alarmbereitschaft: Wenn die Millionenmetropole getroffen wird, droht das ganze Wirtschaftszentrum des Landes lahmzuliegen. Im Ortsteil Baseco zogen Familien aus Slums in ein Evakuierungszentrum. Ihre Verschläge würden heftigen Taifunböen nicht standhalten.

Taifun bereits schwächer

Über dem Land hat sich der Taifun jedoch bereits abgeschwächt. Am Sonntagmorgen wurden nur noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern pro Stunde gemessen.

Beim Taifun "Haiyan", der mit den stärksten jemals gemessenen Sturmböen von bis zu 315 Kilometern pro Stunde auf Land traf, waren im November 2013 mehr als 7350 Menschen ums Leben gekommen.

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