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Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi steht mit dem Rücken zur Wand. Nach Diplomaten, Regierungsmitgliedern und Soldaten wenden sich auch immer mehr Stämme von dem seit über 40 Jahren regierenden Herrscher ab.

Gaddafi, der nicht kampflos aufgeben will, soll sich am Mittwoch mit vier Brigaden in einem Stützpunkt in Tripolis verschanzt haben. Er schien weitgehend die Kontrolle über die Stadt zu halten. Die Strassen dort waren menschenleer.

Nach blutigen Kämpfen mit bis zu 1000 Toten, wie es in jüngsten Berichten am Mittwoch hiess, rechnet Italien mit einem Exodus zehntausender Menschen aus Libyen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verurteilte die Gewalt und bot dem libyschen Volk die Unterstützung der EU an. "Es ist vollkommen inakzeptabel, dass die Armee Gewalt gegen Zivilisten anwendet", sagte er.

Staatengemeinschaft alarmiert

Die wüsten Drohungen Gaddafis gegen das eigene Volk vom Dienstagabend hatten die Staatengemeinschaft alarmiert. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte in der Nacht zum Mittwoch das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten und rief Gaddafi auf, die Gewalt sofort zu stoppen.

US-Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte das Blutvergiessen in Libyen als "völlig inakzeptabel". Sie sprach sich für "angemessene Schritte" der Weltgemeinschaft aus, sagte aber nicht, ob dies auch Sanktionen gegen Tripolis beinhalte.

Tausende auf der Flucht

Tausende Tunesier, Ägypter, Europäer, Amerikaner und Asiaten flüchteten unterdessen aus Libyen. Innerhalb von zwei Tagen erreichten 5700 Flüchtlinge Tunesien.

Die Türkei leitete nach Angaben von Aussenminister Ahmet Davutoglu die grösste Evakuierungsaktion ihrer Geschichte ein. In Libyen leben 25'000 Türken. Allein aus der östlichen Stadt Benghasi wurden 3000 Türken mit einer Fähre in Sicherheit gebracht, nachdem sie in einem Fussballstadion Zuflucht gefunden hatten.

Insgesamt 21 Länder hätten um Unterstützung gebeten, sagte Davutoglu. Die EU-Kommission kündigte an, rund 10'000 Bürger der Gemeinschaft ausser Landes bringen zu wollen.

Internationale Öl- und Gaskonzerne haben wegen der Unruhen ihre Förderung in Libyen eingestellt und Mitarbeiter aus dem Krisenland abgezogen.

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SDA-ATS