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Das Flüchtlingsdrama im Nordwesten Burmas spitzt sich nach tagelangen Kämpfen zwischen Muslimen und Buddhisten zu. Etwa 20'000 Menschen strömten mittlerweile aus Angst vor der Gewalt aus Dörfern in die Regionalhauptstadt Sittwe.

Sie müssen unter teils äusserst schwierigen Bedingungen ausharren, wie Senator Aung Myat Kyaw am Donnerstag sagte. So regne es heftig, und viele Betroffene würden wegen mangelnder hygienischer Verhältnisse in den Flüchtlingslagern krank.

Mit dringend benötigten Lebensmittellieferungen von ausserhalb ist wegen der schlechten Strassen wohl erst in drei bis vier Tagen zu rechnen, wie Htun Myit Thein von der örtlichen Wan-Latt-Stiftung sagte. "Von der Regierung oder internationalen Gruppen kommt bislang keine Unterstützung."

Mindestens 1600 Häuser niedergebrannt

Die Gewalt selbst scheint immerhin nachgelassen zu haben. So war die Lage in Orten, die sich Anfang der Woche als Brennpunkte entpuppten, wieder ruhiger. Zuvor war der seit Generationen bestehende Konflikt zwischen den beiden Gruppen eskaliert.

Offiziell starben bis Montag 21 Menschen. Es wird jedoch befürchtet, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher ausfällt, zumal mindestens 1600 Häuser niedergebrannt wurden.

Der unabhängige UNO-Berichterstatter über die Menschenrechte in Burma, Tomás Ojea Quintana, wies darauf hin, dass die Diskriminierung der muslimischen Minderheit Ursache für die jüngsten Spannungen zwischen Buddhisten und Muslimen ist. Das betrifft vor allem die Rohingyas im nördlichen Teilstaat Rakhine, denen unter anderem die Staatsbürgerschaft verweigert wird.

Hunderte Muslime evakuiert

Was genau die Gewalt auslöste, ist unklar. Fest steht, dass die Spannungen im vergangenen Monat erheblich zunahmen, nachdem eine Buddhistin von mehreren Tätern vergewaltigt und umgebracht wurde. Die Schuld wurde Muslimen gegeben. Dies führte zu zahlreichen Übergriffen auf die muslimische Minderheit in der Region Rakhine.

So wurden etwa bei dem Überfall auf einen Bus zehn Muslime durch einen Mob wütender Buddhisten gelyncht. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre in mehreren Städten. Auch in Sittwe kam es über Tage hinweg zu Übergriffen und Brandstiftungen. Die Armee brachte vorsorglich Hunderte Muslime aus der Stadt in umliegenden Dörfern unter.

SDA-ATS