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Nach dem schweren Erdbeben in Norditalien haben mehrere tausend Menschen die Nacht auf Montag in Notunterkünften verbracht. Am Montagabend erschütterte ein Nachbeben der Stärke 4,1 die Region erneut.

Der Erdstoss dauerte nach Behördenangaben mehrere Sekunden. Das Epizentrum lag in der Ortschaft Finale Emilia zwischen den Provinzen Modena und Ferrara - wie schon beim ersten Erdbeben am Sonntag, wie das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie mitteilte.

Nach Behördenangaben mussten rund 4000 Menschen die Nacht auf Montag in Zelten, Turnhallen oder in ihren Autos auf Parkplätzen verbringen. Insgesamt 24 Nachbeben erschütterten in der Nacht die Emilia Romagna. Keines war allerdings so stark wie dasjenige am Montagabend.

Halber Glockenturm eingestürzt

Erschwerend kam am Montagmorgen starker Regen hinzu. Die Behörden bemühen sich, den entstandenen Schaden an Wohnhäusern, Verwaltungsgebäuden, Schulen und Kirchen in der für ihre Kulturdenkmäler bekannten Region abzuschätzen.

In Finale Emilia, dem Epizentrum des Bebens, wurde ein einstürzender Glockenturm zum Symbol der Katastrophe. Der Turm stürzte bei einem Nachbeben vollends ein, nachdem er zuvor noch zur Hälfte stehengeblieben war. "Tausend Jahre Geschichte verschwinden mit einem Schlag", sagte Fernando Ferioli, Bürgermeister von Finale Emilia.

Die Erdstösse waren in grossen Teilen des Landes zu spüren. Noch in Como im Nordwesten am Alpenrand und im nördlichen Bozen berichten Einwohner, sie hätten das Beben bemerkt. Am Gardasee wurden Touristen aus dem Schlaf geweckt.

Monti im Erdbebengebiet

Der italienische Premier Mario Monti traf am Montagabend in der Erdbebenregion ein. Der Regierungschef plant am Dienstag eine Ministerratssitzung, bei der der Notstand ausgerufen wird. Damit sollen Gelder für den Wiederaufbau frei gemacht werden. Wegen der Einsparungen infolge der Schuldenkrise sei jedoch mit wenig Hilfe seitens des Staates zu rechnen, verlautete es in Regierungskreisen.

Der erste Erdstoss der Stärke 6,0 hatte sich am frühen Sonntagmorgen ereignet. Sieben Menschen starben. Rund 5000 Menschen mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen.

Unter den Todesopfern waren nach Behördenangaben vier Fabrikarbeiter. Weiter starb eine 37-jährige Deutsche möglicherweise durch den Schreck. Eine 86-Jährige erlitt einen Schlaganfall und und eine über hundert Jahre alte Frau wurde im Bett von Teilen der herunterfallenden Decke erschlagen.

SDA-ATS