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Bei der Präsidentschaftswahl auf den Malediven hat der erste Wahlgang offenbar keinen Sieger hervorgebracht. Der vor anderthalb Jahren aus dem Amt gedrängte Mohammed Nasheed lag mit 45 Prozent der Stimmen zwar deutlich in Führung. Da er jedoch die absolute Mehrheit verfehlte, muss er sich einer Stichwahl stellen

"Bislang hat keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent erreicht", erklärte die Wahlkommission in der Hauptstadt Malé nach Auszählung von drei Vierteln der Stimmen. Demnach kamen zwei der Gegenkandidaten, Abdulla Yameen und Gasim Ibrahim, jeweils auf etwa 25 Prozent der Stimmen.

Nasheed hatte sich bei seiner Stimmabgabe zuversichtlich gezeigt, die Wahl in der ersten Runde zu gewinnen. Yameen, der ein Halbbruder des langjährigen autokratischen Herrschers Maumoon Abdul Gayoom ist, galt bereits im Vorfeld der Wahl als aussichtsreichster Konkurrent des Ex-Präsidenten.

Umstrittene erste Präsidentschaft

Nasheed hatte in seiner Amtszeit mit Sozialprogrammen sowie seinem internationalen Engagement gegen den Klimawandel, der den Inselstaat im Indischen Ozean bedroht, viele Anhänger gefunden. Doch Steuererhöhungen und die Einführung von günstigen Unterkünften verschafften ihm Feinde in der mächtigen Tourismusindustrie.

Und die von ihm veranlasste Festnahme des Vorsitzendes Richters des Obersten Strafgerichts durch die Armee brachte ihm einen Haftbefehl wegen Machtmissbrauchs ein, der jedoch noch nicht vollstreckt wurde.

Zum Rücktritt gezwungen

Das Urlaubsparadies war im Februar 2012 von politischen Unruhen erschüttert worden: Die Sicherheitskräfte meuterten damals gegen Nasheed und er sah sich zum Rücktritt gezwungen. Nach seinen Worten handelte es sich um einen Putsch.

Eine internationale Untersuchung ergab indes, dass der Machtwechsel verfassungsgemäss abgelaufen sei. Mohammed Waheed hatte damals die Präsidentschaft übernommen und bemühte sich nun um einen ersten Sieg an den Wahlurnen. Für ihn stimmten aber laut dem Teilergebnis nur rund fünf Prozent der Wähler.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung war am Samstag hoch, vor den Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen. Schätzungen zufolge gingen 83 Prozent der 240'000 registrierten Wähler an die Urnen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und der mächtige Nachbarstaat Indien hatten die Malediven zu einer freien und fairen Wahl aufgerufen.

Der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle für den Staat, der aus mehr als tausend Inseln besteht. Im vergangenen Jahr kamen fast eine Millionen Besucher, um von dem abgelegenen Stränden und Korallenriffen zu profitieren. Weitere politische Unsicherheit könnte die Tourismusbranche gefährden - schon im vergangenen Jahr hatte es zahlreiche Stornierungen gegeben.

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SDA-ATS