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Tessiner Kantonsparlament will zweite Gotthard-Röhre

Dieser Inhalt wurde am 11. November 2009 - 18:01 publiziert
(Keystone-SDA)

Bellinzona - Der Gotthard-Strassentunnel soll um eine zweite Röhre erweitert werden. Dies fordert das Tessiner Kantonsparlament, das eine entsprechende Resolution zuhanden der eidgenössischen Räte verabschiedet hat. Der Entscheid fiel mit 49 zu 21 Stimmen.
Für den Ausbau des 16,9 Kilometer langen Tunnels wurden in erster Linie Sicherheitsgründe geltend gemacht. Den Tessiner Grossräten schwebt eine zweite Röhre mit zwei Fahrbahnen vor. Eine Spur soll dabei für den Einsatz von Rettungskräften reserviert bleiben.
Vertreter der Bürgerlichen verwiesen zudem darauf, dass es an der Zeit sei, den Flaschenhals am Gotthard zu beseitigen. Die ständigen Staus vor den Tunnelportalen seien eine Zumutung für die Bevölkerung und auch aus wirtschaftlicher Sicht schädlich.
FDP, CVP, SVP und Lega stimmten geschlossen für die Resolution. Ihre Abgeordneten betonten, dass der Antrag nicht verfassungswidrig sei, da er nicht zu einer Verkehrszunahme durch die Alpen führe. Vertreter der SP und Grünen behaupteten indes genau das Gegenteil.
Wenn man die Sicherheit im Tunnel verbessern wolle, dann müsse man ein Lastwagenverbot verhängen. Diese Lösung sei zudem viel günstiger als eine zweite Röhre, argumentierte die Linke.
Ab 2020 muss die bestehende Röhre zwischen Göschenen und Airolo mit ihren zwei Fahrbahnen komplett saniert werden. Mehrere Grossräte befürchten, dass der Tunnel deswegen gesperrt wird, wodurch das Tessin isoliert würde.
Bundesrat Moritz Leuenberger hatte kürzlich versucht, diese Ängste zu zerstreuen. Das Tessin werde durch die Sanierung des Gotthards nicht von der übrigen Schweiz abgeschnitten, versicherte er bei einem Besuch in Lugano.
Der Bund garantiere in jedem Moment eine Verbindung zwischen dem Südkanton und der Alpennordseite. Eine zweite Röhre bezeichnete Leuenberger aus Sicherheitsgründen als sinnvoll.

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