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Am 28. Februar stimmt das Tessin über ein Referendum ab, das sich gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten wendet. Ergriffen hat es die Tessiner Sektion der Gewerkschaft Unia. Die Kantonsregierung widersprach ihr dagegen am Mittwoch grundlegend.

Im März 2015 hatte der Tessiner Grosse Rat entschieden, dass die Tessiner Geschäfte unter der Woche bis um 19 Uhr statt wie bislang um 18.30 öffnen dürfen. Samstags würden die Kassen bis 18.30 offen bleiben - heute gehen an diesem Tag schon um 18 die Lichter aus.

Ausserdem sollen die Geschäfte bereits um 6 Uhr öffnen dürfen. Damit würde das Tessin die Ladenöffnungszeiten im schweizweiten Vergleich immer noch relativ streng handhaben, sagte der Tessiner Staatsrat Christian Vitta (FDP) am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Bellinzona.

Sieben Kantone kennen laut Vitta keinerlei Einschränkung bei den Ladenöffnungszeiten, darunter Zürich und Aargau. Die Verlängerung im Tessin sei eine "sinnvolle Anpassung" eines Gesetzes, das seit 1968 nicht mehr überarbeitet worden sei, so Vitta.

Die Tessiner Kantonsregierung habe sich "geschlossen" für eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten ausgesprochen und fordere deshalb, das Referendum abzulehnen, sagte Vittas Regierungskollege Norman Gobbi (Lega).

Unia: Kein Mittel gegen Einkaufstourismus

In den Augen der Gewerkschaft Unia ist das erneuerte Ladenschlussgesetz jedoch ein viel tiefer greifendes politisches Projekt. Ziel sei die "vollständige Liberalisierung" der Ladenöffnungszeiten, schrieb die Unia. Zudem stört die Gewerkschaft ein Gesetzesparagraph, wonach künftig Geschäfte, die Tankstellen angegliedert sind, auch nachts öffnen dürfen.

Mit der Verlängerung der Arbeitszeiten würden gerade Angestellte im Detailhandel Beruf und Familie noch schwieriger miteinander vereinbaren können, teilte der Tessiner Unia-Sprecher Claudio Carrer auf Anfrage mit. Den Einkaufstourismus nach Italien können laut Unia auch die verlängerten Ladenöffnungszeiten nicht verhindern. In Grenzkantonen mit liberalen Ladenöffnungszeiten wie Basel und Zürich würden die Menschen trotzdem im Ausland einkaufen.

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SDA-ATS