Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der Tessiner Staatsrat Michele Barra ist nur wenige Tage nach seiner ergriffenen politischen Auszeit gestorben. Der 60-jährige Lega-Politiker hatte Mitte Woche verlauten lassen, er müsse sich wegen einer schwerwiegenden Erkrankung in medizinische Behandlung begeben.

Die Nachricht über den Tod des Politikers wurde am Sonntag von verschiedenen Tessiner Medien verbreitet. In einem Communiqué drückte die SP Tessin ihr Beileid aus und würdigte die "grosse Menschlichkeit" des Verstorbenen.

Staatsratspräsident Paolo Beltraminelli (CVP) hatte am vergangenen Mittwoch angekündigt, vorübergehend selbst die betroffenen Amtsgeschäfte zu übernehmen. Lega-Staatsrat Barra leitete seit April das Departement für Raumordnung. Er trat neu in die Regierung ein, als sein Vorgänger, Marco Borradori, Gemeindepräsident von Lugano wurde.

Barra wurde 1952 in Ascona geboren. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte er eine Maurerlehre in Bern, danach arbeitete er dort als Baumeister.

Nach seiner Rückkehr ins Tessin machte er ein Diplom als technischer Assistent, um später Unternehmer zu werden. Seit dem Jahr 1978 führte er sein Familienunternehmen.

1996 wurde er in den Gemeinderat von Ascona gewählt, elf Jahre später in den Grossen Rat des Kantons Tessin, bevor er vor einem halben Jahr für Borradori in die Regierung nachrückte.

Erpressungsaffäre

Michele Barra war in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit einem Erpressungsfall verstärkt unter medialen Druck geraten. Ein Bordellbesitzer, der die Legalisierung seines Lokals forderte, soll versucht haben, Barra mit heimlichen Videoaufnahmen von einem Behördenmitarbeiter zu erpressen.

Barra sagte anschliessend, er habe den Mann entlassen. Am Dienstag berichtete die Tageszeitung "La Regione", Barra habe sich in den nachfolgenden Wochen in der Regierung für die Legalisierung unter anderem dieses Bordells eingesetzt. Diverse Politiker forderten daraufhin Klarheit.

Staatsrat Norman Gobbi betonte am Mittwoch gegenüber dem Tessiner Fernsehen RSI, Barra werde nichts vorgeworfen. Allein der Bordellbesitzer, der inzwischen in Haft sitzt, habe sich schuldig gemacht. Die krankheitsbedingte Auszeit stehe in keiner Weise mit diesem Vorfall in Verbindung.

SDA-ATS