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Tessiner Vermögensverwalter mit blauem Auge davongekommen

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 11:48 publiziert
(Keystone-SDA)

Lugano - Die italienische Steueramnestie für Kapitalfluchtgelder, die am 30. April endet, hat sich auf den Tessiner Finanzplatz weniger schlimm ausgewirkt als befürchtet. Die Vermögensverwalter konnten den Abfluss von italienischen Kundengeldern in Grenzen halten.
Es sei schwierig, exakte Zahlen zu liefern, sagte Franco Citterio, der Direktor der Tessiner Bankiervereinigung (ABT) gegenüber dem Radio- und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI). Die ABT stütze sich daher bei ihrer Bestandesaufnahme auf Angaben der italienischen Nationalbank.
Demnach legalisierten die Italiener bis Mitte Februar Schwarzgeld im Umfang von rund 85 Mrd. Euro. Davon stammten rund 60 Mrd. aus der Schweiz, ein Grossteil davon aus dem Tessin. Von diesen 60 Mrd. flossen jedoch "nur" 25 Mrd. effektiv nach Italien zurück.
Beim Rest handelt es sich um eine so genannte juristische Rückführung; physisch bleibt das Vermögen in der Schweiz. Viele Banken konnten einen Grossteil der legalisierten Gelder über ihre Filialen in Italien oder über eine juristische Repatriierung wieder auffangen.
Die BSI beispielsweise, die älteste Bank im Tessin, steigerte im letzten Jahr ihren Reingewinn um 1,8 Prozent auf 103 Mio. Franken. Die abgezogenen Kundengelder seien durch Neugeldzuflüsse und die starke Marktentwicklung wettgemacht worden, teilte die BSI Ende März mit.
Der italienische Finanzminister Giulio Tremonti wollte mit der Steueramnestie - der insgesamt dritten seit 2001 - nicht nur die Staatskassen füllen, sondern gleichzeitig auch den Bankenplatz Lugano trockenlegen, wie er im vergangenen Sommer sagte.

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