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St. Gallen - Gestricktes hat längst auch in Kunst und Design Einzug gehalten und ist als Streetwear in Mode. Das Textilmuseum St. Gallen zeigt in ihrer neusten Ausstellung "Achtung, frisch gestrickt!" verblüffende Strickobjekte aus Vergangenheit und Gegenwart.
Seinen Ursprung hat die Strickerei in Vorderasien, sagte die Kuratorin des Textilmuseums Ursula Karbacher am Dienstag bei der Präsentation der Ausstellung. Das Textilmuseum zeigt eine eindrückliche Fülle an historischen Exponaten sowie eine Vielzahl von Werkzeugen und Arbeitsanleitungen.
Die frühesten Strickarbeiten stammen aus dem zweiten und dritten Jahrhundert. Erste Belege von europäischen Strickereien sind sakrale Seidenstrickereien aus dem 14. Jahrhundert.
Keine reine FrauensacheStricken ist auch männlich: Die erste nur aus Männern bestehende Strickzunft wurde 1527 in Paris gegründet. Italienische Seidenstricker schufen für den Adel kunstvolle Jacken.
Auch in der Schweiz war das Strickhandwerk verbreitet. In der Ausstellung wird etwa das Meisterstück des "Lismers" Georg Strauss aus Winterthur aus dem Jahr 1699 gezeigt.
Bis ins 19. Jahrhundert sind strickende Hirten, Soldaten, Nachtwächter und Einsiedler überliefert. In Teilen von Peru und Guatemala ist Stricken noch heute Männersache. Davon zeugen maskenartige Mützen in bunten Farben.
Stricken gegen die KonsumgesellschaftStricken war auch Ausdruck einer politischen Haltung. Karbacher erwähnte die berühmt berüchtigten "Tricoteusen" der Revolutionszeit in Frankreich, die mit Strickzeug bewaffnet neben der Guillotine sassen und die verurteilten Aristokraten beschimpften. Eine rote Jakobinermütze dient als Zeitzeuge.
Frauenrechtlerinnen, die anfangs des 19. Jahrhunderts in England aus Protest anstelle der üblichen Seidentrümpfe blaue Garnstrümpfe trugen, wurde "Bluestocking" genannt. Streitbare Studentinnen und links-alternative Politikerinnen lehnten sich in den 1970er-Jahren strickend gegen die Konsumgesellschaft auf.
Ein Bilddokument aus dem Jahr 1993 zeigt die damalige Bundesrätin Ruth Dreifuss, wie sei sich strickend zum Umweltaktivisten Bruno Manser vor das Bundeshaus gesellte, um ihn bei in seiner Kampagne "Stricken für die Regenwälder" zu unterstützen.

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SDA-ATS