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Das Bieler Gerichtsgebäude ist Schauplatz eines mehrtägigen Prozesses um Menschenhandel. Die Opfer sind 88 Frauen und Transsexuelle aus Thailand. (Archivbild)

Keystone/PETER KLAUNZER

(sda-ats)

Das Regionalgericht in Biel befasst sich seit Montag mit einem der grössten Fälle von Menschenhandel in der Schweiz. Eine ältere Thailänderin soll 88 arme Landsleute zur Prostitution in die Schweiz gelockt haben.

In Etablissements in den Kantonen Bern, Solothurn, Luzern, Basel-Stadt, Thurgau, St. Gallen und Zürich mussten die Frauen und Transsexuellen ihren Körper verkaufen, um ihre "Reiseschulden" abzuzahlen. Die Strafverfahren gegen die Bordell-Betreiberinnen sind Sache der zuständigen kantonalen Behörden.

Vor dem Bieler Gericht steht die 58-jährige Thailänderin. Ihr wird nebst qualifiziertem Menschenhandel auch Förderung der Prostitution und Geldwäscherei vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft nützte sie die Notlage der aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Opfer aus. Sie versprach ihnen Arbeit in der Schweiz.

In der Regel mussten die Opfer dann einen Betrag von 30'000 Franken durch Prostitution abzahlen. Für die Sexarbeiterinnen selber blieb praktisch kein Geld übrig, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Eine Alternative zur Prostitution hatten sie nicht, sie lebten völlig isoliert und in Abhängigkeit von den Drahtzieherinnen.

Nach dem Prozessauftakt am Montagmorgen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen, weil mehrere Opfer befragt wurden. Das Urteil in dem mehrtägigen Prozess wird am Mittwoch kommender Woche (11. Juli) erwartet.

In den letzten Jahren sind mehrere ähnlich gelagerte Fälle bekannt geworden. Allein im Kanton Bern wurden mehr als 20 Verfahren abgeschlossen, wie der Regierungsrat unlängst bekanntgab.

Nach seinen Angaben nehmen die Kantone Bern und Zürich im Kampf gegen den Menschenhandel eine führende Position ein. Trotz dieser Bemühungen gehen Fachleute nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer aus.

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SDA-ATS