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Ein Sibirischer Tiger hat am Donnerstag im Allwetterzoo von Münster einen Tierpfleger angefallen und mit einem Biss ins Genick getötet.

Die Attacke wurde möglich, weil eine Schleuse, mit der die Raubkatze normalerweise zur Fütterung in ihren Käfig gesperrt wird, offen geblieben war, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Zooleitung vermute, dass die Schleuse wegen eines tragischen Irrtums nicht geschlossen war, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Der 56-jährige Pfleger aus dem nordrhein-westfälischen Münster sei davon ausgegangen, dass kein Tiger in das Aussengehege gelangen könne, sagte Polizeisprecher Roland Vorholt. Er habe mit Reinigungsarbeiten begonnen.

Um 16.25 Uhr sei das Tier durch die Schleuse gesprintet und habe den Pfleger "mit einem Biss in den Nacken getötet". Sofort seien andere Pfleger eingeschritten und hätten den Tiger in seinen Käfig gebracht. Doch für den Pfleger sei jede Hilfe zu spät gekommen.

Menschliches Versagen

Sibirische Tiger sind die grössten und stärksten Raubkatzen der Welt. Im Gehege des Allwetterzoos Münster leben zwei: der Kater Rasputin und seine Partnerin Nely. Die beiden verstünden sich gut und würden häufig miteinander spielen, was bei Tigern selten sei, heisst es auf der Website des Zoos.

Zur Fütterung wird das Paar jeden Tag getrennt, jedes Tier kommt dazu in einen eigenen Käfig. "Das ist Standard. Warum eine Schleuse heute offen blieb, wird nun ermittelt", sagte Polizeisprecher Vorholt. Möglich seien eine technische Einschränkung oder menschliches Versagen. Die Zooleitung gehe von menschlichem Versagen aus, sagte er.

Keine Gefahr für Besucher

Dass der Tiger nach dem tödlichen Biss versuchte, den Pfleger zu fressen, sei nicht bekannt. "Er war schnell wieder in seinem Käfig", sagte der Polizeisprecher. Das Gehege wurde nach der Tragödie weiträumig abgeriegelt. Ein Gefahr für Besucher habe zu keiner Zeit bestanden.

Im August vergangenen Jahres hatte ein Sibirischer Tiger im Kölner Zoo eine 43-jährige Tierpflegerin getötet. Die Raubkatze hatte die Frau angefallen und sie in den Hals gebissen.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten übte angesichts des Unglücksfalls in Münster grundsätzliche Kritik an der Haltung von Grosskatzen in deutschen Zoos. Diese seien "höchst anspruchsvoll in der Haltung und potenziell extrem gefährlich", erklärte die Organisation in Hamburg.

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SDA-ATS