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Dieses Bild gefällt dem EU-Vizekommissionschef Frans Timmermans nicht: Putin empfängt Le Pen in Moskau.

KEYSTONE/AP POOL SPUTNIK KREMLIN/MIKHAIL KLIMENTYEV

(sda-ats)

EU-Vizekommissionschef Frans Timmermans hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen, die rechtspopulistischen Parteien in Europa für die Spaltung der Europäischen Union zu instrumentalisieren.

"Es gibt einen Grund, weshalb Putin die extreme Rechte in ganz Europa unterstützt", sagte Timmermans vor spanischen Abgeordneten am Donnerstag in Madrid. "Weil er weiss, dass die extreme Rechte uns schwächt, er weiss, dass die extreme Rechte uns spaltet. Und ein gespaltenes Europa bedeutet, dass Putin der Chef ist", sagte der EU-Vizepräsident.

Vor einer Woche hatte der russische Staatschef die rechtspopulistische französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen in Moskau empfangen. Frankreich wählt in zwei Runden Ende April und Anfang Mai einen neuen Staatspräsidenten. Im Rennen um die Nachfolge des Sozialisten François Hollande sehen Umfragen derzeit den parteilosen Mitte-Kandidaten Emmanuel Macron und Le Pen vorn.

"Uneinigkeit stiften"

Timmermans sagte mit Blick auf das Treffen, er wolle keinen Konflikt mit Putin. Er glaube aber, dass der Kreml-Chef "versucht, Uneinigkeit zu stiften, indem er Frau Le Pen in den Kreml einlädt und alle Arten rechtsextremer Parteien quer durch Europa unterstützt". Auch eine AfD-Delegation war bereits zu politischen Gesprächen in Moskau und traf dabei unter anderen einen engen Vertrauten Putins, wie die Partei Ende Februar öffentlich machte.

Zuletzt hatte Macron Moskau vorgeworfen zu versuchen, seine Wahlkampagne aus der Spur zu bringen - etwa durch Hackerangriffe auf die Server seiner Bewegung "En Marche!" (etwa: Vorwärts). Auch Frankreichs Aussenminister Jean-Marc Ayrault warf Russland vor, den französischen Präsidentschaftswahlkampf mit Cyberattacken beeinflussen zu wollen. Der Kreml bestreitet die Anschuldigungen.

Warnung vor Cyberattacken

Dennoch ähneln die Vorwürfe denen aus dem US-Wahlkampf. Russland wird auch für die Cyberattacken auf das Umfeld der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton verantwortlich gemacht - von den US-Geheimdiensten und selbst von US-Präsident Donald Trump. Neben der Wahl in Frankreich steht in diesem Jahr auch die deutsche Bundestagswahl an. Experten warnen seit längerem vor einer Beeinflussung der Wahlen durch russische Cyberattacken und Desinformationskampagnen.

SDA-ATS

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