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Titelverteidiger Monaco eröffnet Ligue 1-Saison

Das Theater um den Wechsel Neymars von Barcelona zu Paris Saint-Germain war das Thema vor dem Start der Ligue 1, die am Freitag mit dem Duell von Titelverteidiger Monaco gegen Toulouse beginnt.

Seit Tagen sorgt der Wechsel von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain für die Schlagzeilen in der Fussball-Welt. Am späten Donnerstagabend wurde der Transfer für die Rekord-Ablösesumme von 222 Millionen Euro definitiv. Der 25-jährige brasilianische Stürmer wird in den kommenden fünf Jahren im Parc des Princes auf Torjagd gehen - für 30 Millionen Euro netto im Jahr.

Den Entscheid für PSG habe er gegen den Rat seines Vaters getroffen, sagte Neymar in einer Videobotschaft auf Instagram. Es sei "ein schwieriger Entscheid" gewesen, gab der 77-fache brasilianische Internationale zu. "Ich bildete mit Messi und Suarez einen Sturm, der in die Geschichte eingegangen ist", so der Brasilianer. Er habe alles gewonnen, was ein Spieler gewinnen könne. "Aber in meinem Herz habe ich gespürt, dass die Zeit gekommen ist, um den Klub zu verlassen."

Der Rekordtransfer ist der vorläufige Höhepunkt des seit 2011 andauernden finanziellen Säbelrasselns der katarischen Investoren in Paris - und das Highlight eines turbulenten Transfersommers in der Ligue 1. Allein für Benjamin Mendy und Bernardo Silva (von Monaco zu Manchester City), Tiemoué Bakayoko (von Monaco zu Chelsea) und Alexandre Lacazette (von Lyon zu Arsenal) flossen 200 Millionen Euro von der Premier League in die Ligue 1.

Der nächste grosse Transfer dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Mit dem Abgang von Kylian Mbappé, dem 18-jährigen französischen Sturmjuwel von Monaco, wird noch in diesem Sommer gerechnet. Ob Manchester City oder United, Real Madrid oder Barcelona - die Transfersumme für den Teenager, der noch einen Vertrag bis 2019 besitzt, dürfte ebenfalls deutlich im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Aderlass beim Meister

Der Aderlass im Kader des Meisters und Champions-League-Halbfinalisten Monaco ist gross. Doch der Business-Plan des russischen Besitzers Dimitri Rybolowlew überzeugt: der sportliche Erfolg ist da, die Kasse klingelt. Mit Youri Tielemans (Anderlecht) und dem in der Schweiz geborenen Terence Kongolo (Feyenoord) holte Monaco bereits die nächsten Talente, die dereinst für ein Mehrfaches verkauft werden sollen. Bei einem Abgang Mbappés werden weitere folgen.

Teil dieses Projekts ist neu auch Diego Benaglio. Der ehemalige Schweizer Nationaltorhüter fand nach 259 Bundesliga-Partien mit Wolfsburg an der Côte d'Azur eine neue Herausforderung und verpflichtete sich bei der "Association Sportive" bis 2020.

Ob mit oder ohne Neymar, der grosse Favorit auf den Titel ist das zuletzt entthronte PSG, das neu auch auf Dani Alves zählen kann. Der von Juventus Turin verpflichtete Brasilianer fügte sich beim 2:1-Sieg im Supercup gegen Monaco mit einem Tor glänzend ein.

Favres Déjà-vu

Mit wesentlich bescheideneren Mitteln als PSG und Monaco operiert das von Lucien Favre trainierte Nice, die Nummer 3 der letzten Saison. Wie so oft geht es für Favre nach einer über Erwarten erfolgreichen Saison darum, den Ausverkauf des Kaders klein zu halten und die Euphorie im Umfeld zu dämpfen. Um Spieler wie den Ivorer Jean-Michaël Séri, den Dreh- und Angelpunkt im defensiven Mittelfeld, von einem vorläufigen Verbleib in Nizza zu überzeugen, würde die erstmalige Qualifikation für die Champions League helfen. Mit der Eliminierung des Europa-League-Finalisten Ajax Amsterdam ist die erste Hürde geschafft, in den Playoffs wartet auf "Gym" aber ein noch grösseres Kaliber.

Marseille und Lille rüsteten auf

Der Kampf um die Champions-League-Plätze wird sich im Vergleich zur letzten Saison verschärfen. Olympique Marseille und Lille, aber auch Saint-Etienne mit den Schweizern Léo Lacroix und Saidy Janko haben aufgerüstet. Marseille investierte knapp 50 Millionen Euro und verpflichtete unter anderen Luiz Gustavo (Wolfsburg), Florian Thauvin (Newcastle) und Valère Germain (Monaco) und holte zudem den langjährigen Torhüter Steve Mandanda zurück.

Noch mehr investierte Lille, das vor allem auf brasilianische Neueinkäufe setzt. Die grösste Attraktion beim Meister von 2011 sitzt aber auf der Bank: der Argentinier Marcelo Bielsa, genannt "der Verrückte". Auch Nantes verpflichtete mit Claudio Ranieri, dem Baumeister des Märchens von Leicester City, einen Trainer mit grossem Namen.

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