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Tötung Winterthur: Justizdirektion fordert externes Gutachten an

Dieser Inhalt wurde am 01. April 2010 - 08:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Zürich - Ein externer Gutachter soll genau ausleuchten, wie es dazu kommen konnte, dass ein Vater Ende Februar in einem Winterthurer Hotelzimmer seinen vierjährigen Sohn tötete. Dies teilte die Zürcher Justizdirektion mit.
Justizdirektor Markus Notter will den Bericht innert vier Monaten auf dem Tisch. Er will namentlich geklärt haben, ob die Gemeinde Bonstetten ZH einer möglichen Gefährdung des Kindes durch seinen Vater genügend Rechnung getragen habe. Auch, ob der Vater vor der Tat in einem "emotionalen Ausnahmezustand" befand, den man hätte erkennen können und sollen, ist Gegenstand der Abklärung.
Ein Zwischenbericht der Justizdirektion attestiert der Gemeinde Bonstetten, sie habe die Familie mit viel Aufwand seit mehreren Jahren betreut. Am 18.Januar 2008 haben die Behörden aus einem Zeitungsbericht erfahren, dass der Mann früher schon einmal versucht hatte einen inzwischen erwachsenen Sohn zu töten.
Kurz darauf sei der kleine Bub in einer Pflegefamilie platziert worden. Ein knappes Jahr später kam er allerdings wieder in die Obhut seines Vaters.
Der Zwischenbericht stützt sich auf Berichte der Vormundschaftsbehörde Bonstetten und des Bezirksrats Affoltern. Aus ihnen gehe zwar hervor, dass die Behörde auf die Frage einer möglichen Gefährdung reagierte. Es lasse sich aber nicht feststellen "ob ihr Vorgehen angesichts der Situation tatsächlich angemessen war". Dies soll nun der externe Gutachter klären.
Der Vater des Vierjährigen tötete seinen Sohn am letzten Februarwochenende in einem Hotelzimmer in Winterthur. Gegen ihn ist eine Strafuntersuchung im Gange. Die Mutter des Buben erhob nach der Tat schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde, die ihrer Ansicht nach die Situation nicht ernst genug genommen habe.

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