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Die Schweizer Handball-Nationalmannschaft muss künftig ohne ihren Captain und Topskorer Manuel Liniger auskommen. Der 35-Jährige setzt seiner SHV-Laufbahn nach 214 Partien und 902 Treffern ein Ende.

Seit seinem Debüt gegen die Niederlande vor über 16 Jahren gehörte Liniger ohne Unterbruch zum Kreis der nationalen Elite. Nur der Rekordler Max Schär, Martin Rubin und Ex-Keeper Peter Hürlimann bestritten mehr Partien mit der Schweiz. In den vergangenen vier SHV-Dekaden erreichte einzig der frühere Weltklasse-Aufbauer Marc Baumgartner als 1093-facher Torschütze einen höheren Output als der Linksaussen mit dem immensen Wurfrepertoire.

Liniger war nach einem umfassenden und radikalen Verjüngungsprozess als einziger Routinier neben dem Bundesliga-Star Andy Schmid vorgesehen. Der neue Taktgeber Michael Suter beförderte den Altmeister mit dem Fundus von drei EM-Endrunden in seiner ersten Amtshandlung zum Captain.

Noch im Juni vor einem Jahr zeigte sich Liniger vom Aufbruch unter der Leitung Suters begeistert. Es sei zu spüren, dass die Jungen in den nächsten fünf bis zehn Jahren etwas bewegen wollten. "Ich habe Freude, sie auf dem Weg zu begleiten." Knapp 14 Monate später beurteilt der Winterthurer die Situation anders: "Der Umbruch ist richtig, aber ich bin nicht mehr der Richtige für diesen Prozess."

Gewisse Prioritäten hätten sich verlagert, so Liniger gegenüber der Nachrichtenagentur sda. "Ich habe jahrelang dem Handball-Sport alles untergeordnet. Nun fühle ich mich nicht mehr in der Lage, allen Ansprüchen gleichzeitig gerecht zu werden. Das wäre mit meinen Vorstellungen von Leistungssport nicht mehr vereinbar gewesen."

Der von Liniger solo gefällte Entscheid komme für für ihn "nicht völlig überraschend", kommentiert Verbands-Leistungssportchef Ingo Meckes den Absprung des Flügels, der im Juni für die letzten beiden Partien der EM-Qualifikation aufgrund einer gemeinsam festgelegten Auszeit nicht zum Kader gehörte.

"Wir haben im Verband registriert, dass es ihm zuletzt schwergefallen ist, dem Team Impulse zu geben", sagt Meckes zur SDA. Sie hätten aber eigentlich vereinbart, die Lage nochmals zu erörtern und die Zukunft zu besprechen: "Seine Verdienste für das Nationalteam sind enorm."

Die SHV-Leitung schliesst nicht aus, den Altmeister im Falle einer personellen Notlage wieder zu kontaktieren, obschon der Linksaussen seine SHV-Laufbahn für beendet erklärt hat. Liniger seinerseits betont, "mit dem Nationalteam sehr gute Erinnerungen an eindrückliche Momente zu verbinden".

Keine dauerhaften Kompromisse

Liniger konkretisiert derzeit seine berufliche Zukunft. Nach abgeschlossenem Sportbusiness-Management-Studium lote er aus, wo er künftig beruflich Fuss fassen werde, so der bald 36-Jährige. Seine Aufgabe in Schaffhausen, der schrittweise angedachte Einstieg in die Privatwirtschaft, das Nationalteam - drei verschiedene Bühnen mit einem hohen Anforderungsprofil: "Das wäre ohne Zwischenlösungen nicht mehr zu bewältigen gewesen."

Und halbe Lösungen kommen für den ehrgeizigen Kadetten-Professional nicht infrage: "Kompromisse mache ich keine, das habe ich schon früher so gehalten. Ich habe immer alles richtig oder gar nicht gemacht. Deshalb ziehe ich im Nationalteam einen Schlussstrich."

In der NLA hingegen ist kein zeitnaher Ausstieg geplant. Er fühle sich körperlich durchaus in der Lage, seine Karriere im Sommer 2018 zu verlängern, so der siebenfache Meister und dreimalige Cupsieger.

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SDA-ATS