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Der Unfall eines Güterzugs mit vielen blinden Passagieren hat die Debatte über das Schicksal lateinamerikanischer Migranten in Mexiko neu entfacht. Mindestens sechs Menschen aus Honduras starben bei dem Zugunglück am Sonntag. Die Behörden suchen nun nach der Ursache.

Der Güterzug war im Bundesstaat Tabasco nahe der Ortschaft Huimanguillo entgleist. Acht der zwölf Waggons des mit Schrott beladenen Zugs seien aus den Gleisen gesprungen und umgekippt, sagte der Direktor des örtlichen Zivilschutzes, César Burelo, im mexikanischen Fernsehen.

Möglicherweise seien die Waggons überladen gewesen, zitierte die Zeitung "Excelsior" am Montag den Gouverneur von Tabasco, Arturo Núñez Jiménez. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass heftige Regenfälle die Gleise in den vergangenen Tagen unterspült hatten.

Die Zeitung "El Universal" berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Huimanguillo, dass offenbar Befestigungsbolzen aus der Gleisanlage gestohlen worden seien.

Bei dem Unglück wurden nach Angaben der nationalen Zivilschutzbehörde 15 Menschen verletzt, sechs von ihnen schwer. Zum Zeitpunkt des Unglücks seien mindestens 250 Menschen aus Honduras als blinde Passagiere an Bord des Zuges gewesen, teilte die Regionalregierung von Tabasco mit.

Transportmittel der illegalen Einwanderer

Der verunglückte Zug durchquert von Süden nach Norden das ganze Land und ist in der Region als "La Bestia" (Die Bestie) bekannt. Zahlreiche Einwanderer aus Mittelamerika fahren illegal mit dem Zug Richtung USA. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen.

Die Toten seien Honduraner, zitierte die Zeitung "El Universal" den mexikanischen Aussenminister José Antonio Meade. Unter den Verletzten sollen zudem Guatemalteken und Salvadorianer sein.

Der Bundesstaat Tabasco grenzt im Südosten an Guatemala. Schätzungen zufolge überqueren dort täglich zwischen 300 und 400 Menschen die Grenze, um durch Mexiko in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Allerdings wird die Route von kriminellen Banden kontrolliert, die die Einwanderer häufig ausrauben.

Nach dem Unglück am Sonntag leitete die Nationale Menschenrechtskommission eine Untersuchung ein.

Scharfe Kritik von Amnesty International

Erst in der vergangenen Woche hatte Amnesty International anlässlich des dritten Jahrestags eines Massakers an 72 Migranten im Bundesstaat Tamaulipas die mexikanischen Behörden scharf kritisiert. Sie hätten ihr Versprechen für mehr Sicherheit gebrochen, hiess es in einer Stellungnahme der Menschenrechtsgruppe.

Die Bergungsarbeiten in dem schlecht zugänglichen Gelände gestalteten sich schwierig, wie Zivilschutz-Direktor Burelo sagte. Die Opferzahl könne noch steigen. An den Rettungsarbeiten waren Soldaten, Sanitäter des Roten Kreuzes und Mitarbeiter des Zivilschutzes beteiligt.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Das Aussenministerium werde die nötige Information und Hilfe zur Verfügung stellen, teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag mit.

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SDA-ATS