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Mit einem Trauergottesdienst in der Basilika der Unbefleckten Empfängnis in Washington haben sich tausende US-Bürger am Samstag vom verstorbenen Supreme-Court-Richter Antonin Scalia verabschiedet.

Der Gottesdienst wurde geleitet von einem der neun Kinder Scalias, Reverend Paul Scalia. US-Präsident Barack Obama nahm nicht an dem Gottesdienst teil; er hatte sich am Freitag vor dem Sarg verneigt, der mit der US-Flagge bedeckt in der Grossen Halle des Obersten Gerichtshofs aufgebahrt war.

An dem Trauergottesdienst nahmen US-Vizepräsident Joe Biden, der frühere Vizepräsident Dick Cheney und die acht verbliebenen Richter des Obersten Gerichtshofs teil. Die Beisetzung sollte in kleinem Kreis erfolgen.

Kritik an Obama

Obama und seine Frau Michelle verharrten am Freitag eine Weile vor dem Sarg. Obama war kritisiert worden, nachdem er angekündigt hatte, er werde nicht zu dem Trauergottesdienst für Scalia am Samstag kommen. Der Präsident sagte, Scalia und er hätten "unterschiedliche politische Orientierungen", das ändere nichts daran, dass Scalia am Obersten Gerichtshof ein "Gigant" gewesen sei.

Scalia, Abtreibungsgegner und Befürworter der Todesstrafe, war am vergangenen Samstag überraschend im Alter von 79 Jahren gestorben. Medienberichten zufolge starb er im Schlaf während eines Jagdausfluges.

Der Katholik, der 1986 vom damaligen Präsident Ronald Reagan als erster italienischstämmmiger Richter am Obersten Gericht eingesetzt worden war, hatte über Jahrzehnte die US-Rechtsauslegung geprägt.

Gerangel um Scalias Nachfolge

Scalias Tod löste sofort einen Streit um die Neubesetzung des Postens aus. Die Republikaner forderten kurz nach der Todesnachricht, der nächste Präsident solle Scalias Nachfolge regeln. Gemäss der Verfassung steht aber dem scheidenden Amtsinhaber Obama die Entscheidung zu.

Wie das Weisse Haus am Freitag mitteilte, will Obama umgehend prüfen, wer die Nachfolge Scalias antreten könnte. Diese Prozedur dürfte vier bis fünf Wochen dauern.

Sollte Obama vor seinem Ausscheiden aus dem Amt einen Demokraten ernennen, wäre der einflussreiche Oberste Gerichtshof nicht mehr wie bislang mit fünf zu vier Stimmen konservativ dominiert. Die auf Lebenszeit ernannten Obersten Richter müssen allerdings vom Senat bestätigt werden - und dort haben die Republikaner die Mehrheit.

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SDA-ATS