Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Nach der blutigen Niederschlagung von Protesten in Syrien sind am Samstag in der Stadt Daraa im Süden des Landes erneut tausende Menschen auf die Strasse gegangen. Wie schon in den vergangenen Tagen verlangten sie politische Reformen und bürgerliche Freiheiten.

Am Freitag hatten die Sicherheitskräfte bei Kundgebungen in mehreren Städten in die Menschenmenge geschossen und nach unbestätigten Angaben 40 Menschen getötet.

Nach Informationen der oppositionellen Facebook-Seite "Youth Syria for Freedom" brannten Demonstranten in Daraa am Samstag den Sitz der herrschenden Baath-Partei nieder. Laut Augenzeugen kam es in der Stadt erneut zu Ausschreitungen mit Sicherheitskräften.

Darüber hinaus liefen in Daraa stationierte Armee-Offiziere zu den Regimegegnern über. Durch andere Quellen konnten diese Angaben zunächst nicht bestätigt werden.

Auch in der nördlichen Hafenstadt Latakia hielten die Proteste gegen das Regime an. Zwei Demonstranten seien erschossen worden, als sie versuchten, Gebäude der Baath-Partei in Brand zu setzen, teilte der Menschenrechtsaktivist Ammar Karabi der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Medien ausgeschlossen

Das Regime in Damaskus verschwieg die blutigen Unruhen weitestgehend. Journalisten wurde der Zugang zu den Orten der Demonstrationen verwehrt.

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete am Samstag lediglich, dass am Vortag "bewaffnete Gruppen" eine Offiziersmesse in Homs und ein Armeehauptquartier in Al-Sanamien bei Daraa angegriffen hätten. In Homs sei eine Person, in Al-Sanamien seien "mehrere Bewaffnete" getötet worden.

Die südliche Provinz Daraa ist der Brennpunkt der seit einer Woche dauernden Proteste in Syrien. Nach Angaben von Amnesty International haben die syrischen Sicherheitskräfte in dieser Zeitspanne dort insgesamt 55 Menschen getötet.

Nach dem Freitagsgebet war es erstmals auch in anderen Städten Syriens zu grösseren Kundgebungen für Freiheit und Reformen gekommen.

Wichtige Entscheide angekündigt

In Damaskus trat indes die Führung der Baath-Partei zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen zusammen. Das staatliche Fernsehen kündigte an, dass "einige wichtige Entscheide" bevorstünden.

Darunter fielen die Freilassung weiterer politischer Gefangener und eine Regierungsumbildung. Bereits am Donnerstag hatte eine Sprecherin von Präsident Baschar al-Assad politische Reformen in Aussicht gestellt, darunter die Öffnung in Richtung eines Mehrparteiensystems.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS