Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Türkische Sicherheitskräfte im Fall Dink zu Haftstrafen verurteilt

Ein türkisches Gericht hat sechs Mitglieder von Sicherheitskräften im Zusammenhang mit dem Attentat auf den armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink zu Haftstrafen verurteilt. Darunter ist auch der frühere Gendarmerie-Chef in der Schwarzmeerstadt Trabzon.

Dieser und ein lokaler Geheimdienstchef erhielten Haftstrafen von sechs Monaten, vier Untergebene Haftstrafen in Höhe von jeweils vier Monaten. Dies berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag unter Berufung auf ein Gericht in Trabzon.

Die Verurteilten hatten das Attentat auf Dink nicht verhindert, obwohl sie konkrete Hinweise auf die Tat hatten. Damit hätten sie ihre Pflichten verletzt.

Dink wurde in Januar 2007 von einem radikalen türkischen Nationalisten vor seinem Istanbuler Büro erschossen. Der Anschlag hatte in der Türkei hohe Wellen geschlagen. In der Türkei läuft ein Prozess gegen den mutmasslichen Attentäter, der aus Trabzon stammt und die Tat gestanden hat.

Dink war von türkischen Nationalisten wegen seiner Äusserungen zu dem von der Türkei bis heute geleugneten Völkermord an schätzungsweise einer Million Armeniern im Ersten Weltkrieg bedroht worden. 2005 war der Journalist wegen "Beleidigung des Türkentums" verurteilt worden.

Tatenlose Regierung

Die Familie Dinks fordert bislang vergeblich, dass auch die Hintergründe des Attentats ermittelt und die Drahtzieher vor Gericht gestellt werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte im vergangenen Jahr schwere Vorwürfe gegen die Türkei erhoben.

Die Regierung in Ankara habe das Leben Dinks nicht geschützt, obwohl die Behörden über die Mordpläne türkischer Nationalisten informiert gewesen seien, urteilte das Gericht in Strassburg. Der Familie des Journalisten sprachen die Richter Schmerzensgeld in Höhe von mehr als 100'000 Euro zu.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.