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Tunesien hat die nach Strassenschlachten in Teilen des Landes verhängte nächtliche Ausgangssperre um zwei Stunden gekürzt. Sie gilt bis auf weiteres in der Zeit zwischen 22 und 4 Uhr, wie die offizielle Nachrichtenagentur TAP am Donnerstag mitteilte.

Zuvor war sie zwischen 21 Uhr und 5 Uhr im Grossraum Tunis sowie den Bezirken Sousse, Monastir, Jendouba und Ben Guerdane in Kraft. Von den Ausschreitungen betroffen waren auch andere Stadtteile, in denen sich die Gewalt gegen staatliche Einrichtungen richtete. Insgesamt wurden 162 Personen vorübergehend festgenommen.

Am Dienstag war es in der Hauptstadt Tunis zu heftigen Strassenschlachten zwischen Salafisten, Kriminellen und der Polizei gekommen, bei denen mindestens ein Mensch ums Leben kam. Auslöser der Krawalle war eine Kunstausstellung. Aus Sicht der tiefreligiösen Islamisten beleidigen die Bilder ihre Religion.

Kulturminister Mehdi Mabrouk erklärte der französischen Zeitung "Le Figaro": "Kunst muss schön sein, aber nicht revolutionär!". Die künstlerische Meinungsfreiheit habe Grenzen: "Die Kunst darf sich nicht an Heiligem oder Symbolen vergreifen, und um die Freiheit der Künstler zu sichern, müssen sie die Provokation vermeiden."

Nach Angaben des Blattes hatte eine Ministeriums-Delegation vor dem Ende der Ausstellung sogar den Ankauf mehrerer Werke erwogen. Mabrouks Ministerium hatte nach dem offiziellen Ende der Ausstellung die Galerie vorübergehend schliessen lassen. Er will nach den Protesten der Islamisten die Organisatoren verklagen, weil sie "ihre Verpflichtungen nicht eingehalten" hätten.

SDA-ATS