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Rettungskräfte bergen in der betroffenen Stadt Mocoa Menschen, die vom Erdrutsch erfasst wurden.

KEYSTONE/AP Colombian National Army

(sda-ats)

Nach der verheerenden Schlammlawine im Südwesten Kolumbiens hat das kolumbianische Rote Kreuz seine Angaben zur Zahl der Todesopfer auf etwa 200 korrigiert. Weitere 203 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden.

Die Zahl der Vermissten sei unklar, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes am Sonntag. Zuvor war von 234 Toten die Rede gewesen. Der Sprecher nannte Schwierigkeiten bei der Identifizierung der Leichen als Grund für die widersprüchlichen Zahlen.

Nach heftigen Regenfällen waren drei Flüsse über die Ufer getreten und hatten eine gigantische Schlammlawine ausgelöst, die mehrere Viertel der Stadt Mocoa unter sich begruben. Eine Mischung aus Wasser, Schlamm und mitgerissenen Trümmern ergoss sich über die Stadt.

In 17 Stadtvierteln habe es schwere Schäden gegeben, erklärte der Leiter des Roten Kreuzes, César Urueña. 300 Familien seien von der Katastrophe betroffen. Auch am Sonntag war die Stadt noch ohne Strom und fliessendes Wasser.

Es handle sich um eine Tragödie von unvorstellbarem Ausmass, sagte die Gouverneurin der Region Putumayo, Sorrel Aroca. "Ganze Wohnviertel" im Katastrophengebiet seien verschwunden. Angesichts der hohen Zahl an Verletzten könne die Versorgung nicht ausreichend gewährleistet werden. "Uns fehlt Personal, um den Opfern der Tragödie zu helfen."

In der Region hatte es in den Tagen zuvor heftig geregnet. Die Regenmengen hatten den Fluss Mocoa und drei Zuflüsse über die Ufer treten lassen und die Erde ins Rutschen gebracht. Eine Mischung aus Wasser, Schlamm und mitgerissenen Trümmern ergoss sich über die Stadt.

Präsident ruft Notstand aus

Präsident Juan Manuel Santos reiste umgehend nach Mocoa. Er rief den Notstand aus, um schelle Hilfe leisten zu können, und kündigte für Sonntag einen weiteren Besuch im Katastrophengebiet an.

Die kolumbianischen Behörden richteten einen Krisenstab ein. Militär, Polizei und Rettungskräfte suchten unermüdlich nach den Vermissten.

Dabei müssten Hunderttausende Tonnen von Schutt und Schlamm weggeräumt werden, sagte Carlos Iván Márquez von der Katastrophenschutzbehörde. Auch die Caritas schickte nach eigenen Angaben Katastrophenhelfer in die Region, um Lebensmittel und Decken zu verteilen.

Viele Menschen harrten auf Dächern aus, um gerettet zu werden. Erst langsam fielen die Pegel wieder und gaben das Ausmass der Zerstörung in Mocoa frei. Berichten zufolge plünderten durstige Menschen auf der Suche nach Trinkwasser bereits Geschäfte.

Papst betet für Opfer

Papst Franziskus erklärte, er sei zutiefst betroffen über die Tragödie. Er bete für die Opfer und fühle mit den Angehörigen und den Rettern, sagte er. Vor kurzem hatte der Vatikan mitgeteilt, dass Franziskus im September nach Kolumbien reisen wolle.

In Kolumbien hatten sich in den vergangenen Monaten mehrere tödliche Erdrutsche ereignet, zuletzt im November, als im südwestlichen El Tambo neun Menschen ums Leben kamen.

Auch die Nachbarländer von Kolumbien wurden jüngst von schweren Unwettern heimgesucht. In Peru richteten Überschwemmungen und Erdrutsche seit Januar verheerende Zerstörungen an, mehr als hundert Menschen starben. Und bei Überschwemmungen in Ecuador kamen seit Jahresbeginn 21 Menschen ums Leben.

SDA-ATS

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