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Bei einem Anschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo sind am Montag mindestens 31 Menschen getötet worden. 168 weitere wurden verletzt. Präsident Dmitri Medwedew sprach von einem Terrorakt. Russische Ermittler gehen von einem Selbstmordattentäter aus.

Medienberichten zufolge war die Bombe mit Schrauben und Metallkugeln gefüllt, um ihre Wirkung zu verstärken. Zunächst bekannte sich niemand zum Blutbad.

Über die Zahl der Toten herrschte Unklarheit. Eine Flughafensprecherin berichtete von 35, das Ministerium für Notfälle dagegen von 31. Rauch, Trümmer und Glassplitter erschwerten die Bergungsarbeiten.

Sicherheitsvorschriften missachtet

Präsident Medwedew verschob seine Reise zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, zu der er am (morgigen) Dienstag aufbrechen sollte, um dort am Mittwoch die Eröffnungsrede zu halten. Auch ein am Dienstag geplantes Arbeitstreffen mit Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey sagte er ab.

Im Fernsehen kritisierte er, sie Explosion zeige, dass gegen die Sicherheitsbestimmungen verstossen worden sei. Für das russische Verkerhsnetz ordnete Medwedew verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an. Wie die Agentur RIA Nowosti meldete, hatten die Sicherheitsdienste vergangene Woche Hinweise auf einen Anschlag in einem der Hauptstadtflughäfen erhalten.

Kopf des Attentäters gefunden

Die Detonation in der Ankunftshalle des Airports traf Europas grösste Stadt zur Hauptverkehrszeit. Die Explosion, deren Wucht der Detonation von fünf bis zehn Kilogramm TNT entsprach, ereignete sich nach Polizeiangaben um 16.32 Uhr (14.32 Uhr MEZ) in der Nähe eines Cafés.

Offenbar wurde bereits der Kopf des mutmasslichen Attentäters gefunden. Es handle sich um einen Mann zwischen 30 und 35 Jahren mit "arabischem Aussehen", berichtete Interfax unter Berufung auf die Polizei. Die Sicherheitskräfte suchten zudem nach drei verdächtigen Männern.

Wohl keine Schweizer unter den Opfern

Unter den Opfern sind auch Ausländer. Gemäss den Behörden wurden zwei Briten bei der Explosion im internationalen Terminal des Airports getötet. Ein Franzose, ein Italiener, eine Deutsche und eine Slowakin wurden verletzt. Ob es weitere Ausländer unter den Toten gab, war am Montag unklar.

Das Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat bisher keine Hinweise, dass Schweizer vom Anschlag betroffen sind. Auch eine Sprecherin der Fluggesellschaft Swiss sagte der Nachrichtenagentur SDA, es seien weder Personal noch Passagiere von Swiss betroffen.

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SDA-ATS