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Eine Woche nach seiner Festnahme ist der überlebende mutmassliche Attentäter von Boston aus dem Spital in ein Gefängnis verlegt worden. In der Einrichtung etwa 50 Kilometer westlich von Boston soll Dschochar Zarnajew nach Angaben der Behörden weiter behandelt und vernommen werden.

Der 19-Jährige war bei seiner Festnahme durch eine Schusswunde am Hals verletzt worden. Gemeinsam mit seinem getöteten älteren Bruder Tamerlan soll Dschochar Zarnajew für die Anschläge auf den Boston Marathon mit drei Toten und mehr als 200 Verletzten verantwortlich sein.

Die beiden Brüder sollen laut Behörden auch einen Anschlag auf den New Yorker Times Square geplant haben. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ging am Freitagmorgen demonstrativ am Times Square frühstücken. "Nichts wird uns davon abhalten, unser Leben in der Stadt, die wir lieben, zu leben", teilte er per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Am Tag zuvor hatte er bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit New Yorks Polizeichef Ray Kelly erklärt, dass die beiden mutmasslichen Attentäter von Boston offenbar "weitere Sprengkörper auf dem Times Square" zünden wollten. Das habe Dschochar Zarnajew den Ermittlern bei einer Vernehmung erklärt. Allerdings wurde das Duo von der Polizei gestoppt.

Zu wenig Benzin im Tank

Den Angaben zufolge kaperten die Männer in der Nacht zum vergangenen Freitag im Raum Boston ein Auto, um sich mit sechs selbstgebauten Bomben in die 350 Kilometer entfernte Millionenmetropole New York aufzumachen. "Der Plan scheiterte, als sie bemerkten, dass das entführte Auto zu wenig Benzin hatte", sagte Polizeichef Kelly.

Während sie tankten, flüchtete der Autobesitzer aus dem Wagen und alarmierte die Polizei. Bei der anschliessenden Grossfahndung wurde der 26-jährige Tamerlan Zarnajew getötet. Sein Bruder wurde später schwer verletzt festgenommen.

Kelly zufolge entschieden sich die Brüder "spontan" für den belebten Times Square im Herzen New Yorks, der von Wolkenkratzern mit Reklametafeln gesäumt wird und stets von Touristen bevölkert ist. In einer ersten Vernehmung habe der 19-Jährige den Ermittlern erklärt, er habe mit seinem Bruder darüber gesprochen, in New York "Party" zu machen.

Sprengsätze wie in Boston

Bei einer weiteren Befragung habe er dann die Anschlagspläne konkretisiert. Die Brüder hatten fünf Rohrbomben und eine aus einem Schnellkochtopf gebaute Bombe dabei, ähnlich den in Boston verwendeten Sprengsätzen.

Die Ermittler untersuchen in dem Zusammenhang auch zwei frühere Aufenthalte Dschochar Zarnajews in New York im April und im November 2012. Im April liess er sich auf dem Times Square fotografieren.

"Wir wissen nicht, ob wir die Terroristen hätten stoppen können, wenn sie in New York angekommen wären", sagte Bürgermeister Bloomberg. "Wir sind dankbar, dass wir die Antwort auf diese Frage nicht herausfinden müssen", fügte er hinzu. "Tatsache ist, dass New York City ein bevorzugtes Ziel für diejenigen bleibt, die Amerika hassen und Amerikaner töten wollen."

New York war bereits mehrfach Ziel von Anschlagsplänen: Am 11. September 2001 wurden bei den Flugzeug-Attentaten auf das World Trade Center tausende Menschen getötet. 2010 versuchte ein Amerikaner pakistanischer Abstammung, auf dem Times Square eine in seinem Wagen versteckte Bombe zu zünden - der Sprengsatz detonierte allerdings nicht. Der Mann wurde fünf Monate nach der Tat von einem New Yorker Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

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SDA-ATS