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Fast 40 Jahre nach dem Tod des chilenischen Präsidenten Salvador Allende sind am Montag seine sterblichen Überreste exhumiert worden. Die Exhumierung erfolgte auf dem Zentralfriedhof der Hauptstadt Santiago im Beisein von Familienangehörigen.

Gerichtsmediziner sowie chilenische und ausländische Experten sollen klären, ob Allende getötet wurde oder Selbstmord beging. Der sozialistische Staatschef war am 11. September 1973 nach dreijähriger Regierungszeit während des Militärputsches von General Augusto Pinochet gestorben, als die Luftwaffe den Präsidentenpalast angriff.

Nach einer Obduktion in Santiago teilten die Behörden damals mit, der 65-Jährige habe sich selbst eine Kugel in den Kopf geschossen. Dieser Befund stützt sich auch auf die Aussage mehrerer Zeugen, insbesondere auf die von Allendes Arzt Patricio Guijón.

Die Todeswaffe wurde nie gefunden. Laut Guijón handelte es sich um ein Sturmgewehr des Typs AK-47, ein Geschenk von Allendes Freund Fidel Castro, dem früheren kubanischen Staatschef.

Obwohl auch Allendes Familie davon ausgeht, dass sich der Sozialist angesichts der aussichtslosen Lage das Leben nahm, reichte sie Mitte April einen symbolischen Antrag auf eine Untersuchung von Allendes Leichnam ein, dem der Richter Mario Carroza kurz darauf stattgab.

Allendes Tochter, die Senatorin Isabel Allende, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Familie ihre Meinung nicht geändert habe. Weder Allendes Witwe noch seine Töchter hatten ihren Vater nach seinem Tod sehen dürfen.

"Unterstützter Selbstmord"

Im Jahr 2008 hatte der Rechtsmediziner Luis Ravanal unter Berufung auf die Obduktion nach Allendes Tod geschrieben, dessen Verletzungen stimmten nicht mit der These überein, dass er sich selbst erschossen habe.

Der chilenische Journalist Camilo Taufic, der ein Buch zu dem Putsch schrieb, unterstützt die These eines "unterstützten Selbstmords". Demnach soll ein Leibwächter von Allende den tödlichen Schuss abgefeuert haben, nachdem der verzweifelte Präsident sich zunächst selbst eine Schusswunde beigebracht hatte.

Nach Allendes Tod errichtete Pinochet eine Militärdiktatur, die erst im Jahr 1990 endete. In dieser Zeit wurden etwa 3100 Menschen getötet oder sind seitdem vermisst. Pinochet starb im Jahr 2006 im Alter von 91 Jahren, ohne je verurteilt worden zu sein.

Die neue Untersuchung zu den Todesumständen Allendes ist Teil einer umfassenden Überprüfung von mehr als 700 bislang nicht untersuchten mutmasslichen Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet-Diktatur.

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SDA-ATS