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David Taugwalder als Jakob Zmutt und Romaine Müller als Maria Brenni sind "Romeo und Julia am Gornergrat" - ein eindrückliches Freilichtspiel vor eindrücklicher Naturkulisse.

KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN

(sda-ats)

Am Donnerstag hat "Romeo und Julia am Gornergrat" auf dem Riffelberg oberhalb Zermatt erfolgreich Premiere gefeiert: Ein eindrückliches Freilichtspiel vor eindrücklicher Naturkulisse.

Wer am internationalen Tag des Kusses eine eigene Inszenierung der grössten Liebesgeschichte der Theatergeschichte uraufführt, macht sicher vieles richtig. "Romeo und Julia am Gornergrat“ ist denn auch eine gelungene Adaptation von Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe“.

Matterhorn statt Balkon, Zermatt statt Seldwyla, Jakob und Maria statt Romeo und Julia und ein Ausweg statt eine ausweglose Situation: Autorin und Regisseurin Livia Anne Richard hat sich von Shakespeare und Keller zwar inspirieren lassen, doch übernommen hat sie nur den Kern der Geschichte, die grossen Fragen von Liebe und Hass.

Inszeniert hat Richard ihr Stück auf der höchstgelegenen Freilichtbühne Europas, auf dem Riffelberg, fast 2600 Meter über Meer, im Schatten der mächtigen Walliser Berge. Sie bilden aber nicht nur eine eindrückliche Kulisse. Das Matterhorn, der Gornergletscher und der Theodulpass sind Teil des Stückes.

Daneben braucht es nicht viel. Eine Holzbühne, auf der ein grauer Streifen das Brachland darstellt, und ein paar Steine. Wenn die beiden Familien Zmutt und Brenni auf der Bühne aneinandergeraten, schieben sich Wolken vor die untergehende Sonne, wie wenn es der Lichttechniker so bestellt hätte.

Liebestod nicht nötig

Wer glaubt, Berge seien bedrohlich und einengend, und entsprechend seien die Bergler engstirnig, dem widerspricht Richard mit ihrer Liebesgeschichte. In der Welt der Berge gehe einem der Geist auf, sagte sie im Vorfeld der Inszenierung. Und tatsächlich finden die beiden Liebenden just in den Bergen einen Übergang und damit einen Ausweg aus der in der in Shakespeares Stadt und Kellers Dorf ausweglosen Situation.

Ansonsten lehnt sich die Geschichte stark an Keller an. Zwei befreundete Bauern geraten ob eines Streits über ein Stück Land so aneinander, dass aus Freundschaft abgrundtiefer Hass wird. Und dieser Hass überträgt sich auf die ganze Familie. Die stolzen Väter, von denen jeder gerne dank des kleinen Stücks Brachland der grösste Bauer von Zermatt werden wollte, ruinieren sich und ihre Familien.

Die sich liebenden Kinder dürfen sich nur noch im Verborgenen sehen. Zwar sehen sie einen Augenblick lang wie bei Shakespeare und Keller auch nur im Tod eine Möglichkeit für immer zusammenzubleiben, aber schliesslich lassen sie die Berge hinter sich und wandern über den Theodulpass in Richtung Meer einer zwar ungewissen, aber gemeinsamen Zukunft entgegen.

Walliser Dialekt und Freude am Spiel

Die Inszenierung von Livia Anne Richard wurde vom Premierenpublikum begeistert aufgenommen. Die fünfzehnwöchige Probenarbeit mit den grösstenteils Laienschauspielern zahlt sich aus. Die Spannung hält, der Walliser Dialekt und viel Lokalkolorit machen das Spiel authentisch.

Untermalt wird die Aufführung mit stimmiger Musik, die Hank Shizzoe geschrieben hat. Er nennt sie die "Riffelbergsymphonie", und diese ergänzt Stück und Spiel in optimaler Weise.

www.freilichtspiele-zermatt.ch

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SDA-ATS