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Riesige Feuerbälle über Balakija: Auch Stunden nach Ausbruch des Brandes explodiert noch immer Munition.

KEYSTONE/EPA/PAVLO PAKHOMENKO

(sda-ats)

In der Nähe des Kriegsgebiets Ostukraine ist in einem riesigen Munitionslager ein Feuer ausgebrochen. Das Inferno dürfte die Rettungskräfte noch einige Zeit beschäftigen. Die Regierung vermutet Sabotage.

Wegen der Grossbrands brachten die Behörden rund 20'000 Menschen in Sicherheit. Das Depot in der Stadt Balaklija bei Charkiw stehe seit Donnerstagmorgen in Flammen, teilte das Militär in Kiew mit.

Noch Stunden später waren in Live-Übertragungen im Fernsehen Explosionen zu hören. Die Polizei berichtete von zwei Verletzten. Verteidigungsminister Stepan Poltorak vermutete Sabotage als Brandursache und warf Russland vor, in den Fall verwickelt zu sein.

Tagelange Löscharbeiten

Das Depot in Balaklija gilt als eines der grössten der Ukraine. Auf knapp 370 Hektar werden dort rund 125'000 Tonnen Munition gelagert. Es liegt rund 150 Kilometer nördlich des Kriegsgebietes Donbass. Dort liefern sich prorussische Separatisten und ukrainische Regierungstruppen seit 2014 heftige Kämpfe.

Mehr als 600 Helfer waren mit schwerem Gerät im Einsatz. Wegen der Gefahr andauernder Explosionen konnten die Feuerwehrleute aber zunächst nicht zu den Brandherden vordringen. Experten schätzen, dass es Tage dauern wird, bis das Feuer komplett gelöscht werden kann.

In einem Umkreis von zunächst fünf Kilometern richteten die Sicherheitskräfte ein Sperrgebiet ein. Später kündigten die Behörden an, die Sicherheitszone auf zehn Kilometer zu erweitern. Auch der Luftraum wurde gesperrt.

Vorwürfe zurückgewiesen

"Das ist nicht der erste Fall von Sabotageakten an unseren Objekten von strategischer Bedeutung", sagte Verteidigungsminister Poltorak. Eine Version zum Brandhergang sei der Abwurf eines Sprengsatzes über dem Lager durch eine Drohne.

Die prorussischen Separatisten in Donezk wiesen die Vorwürfe als lächerlich zurück. "Wir haben nichts damit zu tun", teilten die Aufständischen mit. Vielmehr vermuteten sie eine Nachlässigkeit der ukrainischen Armee in den eigenen Reihen beim Bewachen des Depots.

Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau lehnte eine Stellungnahme zu einer möglichen Verwicklung Russlands in den Brand ab.

Poltorak sagte, die Verteidigungsfähigkeit der Armee sei durch den Brand nicht gefährdet. "Ein Grossteil der Kampfmittel wurde seit Beginn des Anti-Terror-Einsatzes in andere Lager und in das Einsatzgebiet gebracht", sagte er. An anderen Munitionsdepots würden die Sicherheitsmassnahmen erhöht.

SDA-ATS

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