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Zwei verletze Knaben warten in einem Spital in Ost-Ghuta, nachdem regierungstreue Truppen das belagerte Rebellengebiet wahllos beschossen hatten. (Bild vom 20. Februar).

KEYSTONE/EPA/MOHAMMED BADRA

(sda-ats)

Bald sieben Jahre nach dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien ziehen Helfer eine bittere Bilanz: Schon heute haben in Syrien mehr als 1,5 Millionen Menschen bleibende seelische oder körperliche Schäden erlitten.

Über die Hälfte der Bevölkerung lebt entweder als Flüchtling im Ausland oder ist innerhalb Syriens vertrieben worden. Wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Uno-Kinderhilfswerkes (Unicef) hervorgeht, gibt es in Syrien bereits heute 86'000 Menschen, denen als Folge des Krieges Gliedmassen amputiert werden mussten. Und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.

Unicef warnte, der fehlende Zugang zu guter medizinischer und psychologischer Behandlung führe oft dazu, dass sich Kriegsversehrte aus Syrien langsamer von ihren Verletzungen erholten oder sich ihr Zustand sogar verschlechtere. Viele betroffene Kinder hätten Angehörige verloren. Daher fehle oft auch eine enge Bezugsperson, die sich um sie kümmern könne.

750'000 Kinder behindert

Unicef versucht mit verschiedenen Hilfsprojekten in der Region, behinderten Kindern eine neue Perspektive zu geben, durch Musik, Kunsttherapie und Hilfen, die ihnen eine Rückkehr zur Schule ermöglichen. "Wir schätzen, dass als Folge dieses Krieges schon jetzt etwa 750'000 Kinder mit Behinderungen leben müssen", sagte Geert Cappelaere, Unicef-Regionaldirektor für Nahost und Nordafrika.

Die Situation der Kinder hat sich laut Unicef im siebten Kriegsjahr noch einmal verschlimmert. "Wir dachten, dass der Tiefpunkt der Unmenschlichkeit in Aleppo erreicht worden wäre", sagte der Geschäftsführer von Unicef-Deutschland, Christian Schneider.

Doch die Lage der Zivilisten in dem belagerten Gebiet Ost-Ghuta im Umland der Hauptstadt Damaskus sei noch schlimmer als das, was Helfer 2016 in der Grossstadt Aleppo erlebt hätten. Von den 200'000 Kindern, die dort mit ihren Eltern ausharren müssten, seien inzwischen 40 Prozent chronisch unterernährt.

Den Angaben zufolge schickten die Konfliktparteien 2017 mindestens rund 900 Minderjährige in den Kampf. Ein Viertel der "Kindersoldaten" war jünger als 15 Jahre. Unicef erfuhr im gleichen Zeitraum von 244 Kindern, die festgenommen wurden. Cappelaere betonte: "Jede einzelne Konfliktpartei ist an diesen massiven Kinderrechtsverletzungen beteiligt."

Weniger Spenden

Nachdem bei Unicef 2016 für Notleidende in Syrien und syrische Flüchtlinge in der Region 8,7 Millionen Euro eingegangen waren, ging die Spendenbereitschaft 2017 etwas zurück. Rund acht Millionen Kinder sind laut Unicef mittlerweile auf Hilfe angewiesen. Zu den grössten institutionellen Geberländern in Sachen Syrien-Hilfe zählen die USA, Deutschland, die EU, Grossbritannien und Kanada.

Die Berichterstattung über die massiven Kämpfe in Aleppo hatten 2016 deutlich zu Mitgefühl und finanzieller Hilfsbereitschaft beigetragen. Ob das auch aktuell für Ost-Ghuta gilt, ist noch nicht absehbar.

Die Spendenzahlen dazu liegen bislang nicht vor. Der Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad und seinen Sicherheitsapparat hatte am 15. März 2011 mit einer kleinen Demonstration in Damaskus begonnen. Drei Tage später fielen in der Provinzstadt Daraa tödliche Schüsse auf Demonstranten.

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SDA-ATS