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Die fünf Schweizer Universitätsspitäler fordern rund 100 Tage nach Einführung der neuen Spitalfinanzierung eine Änderung der Tarifstruktur. Sie sehen die medizinische Versorgung in Gefahr, weil jährlich 150 Millionen Franken für die Ausbildung von Assistenzärzten fehlen.

Das SwissDRG-Fallpauschalensystem erkenne nur 60 Prozent der Fallschwere- und Kostenunterschiede, wie die Universitätsspitäler am Donnerstag mitteilten. Dies gelte vor allem für Behandlungen von Patienten mit komplexen Krankheiten oder Mehrfacherkrankungen.

Die Fallpauschalen griffen jedoch auch dort zu kurz, wo Patienten wegen eines schlechten Gesundheitszustandes oder Komplikationen länger als durchschnittlich angenommen im Spital bleiben. Diese komplexen und "teuren Fälle" würden sich besonders in Universitätsspitälern konzentrieren.

Kleine profitieren

Dadurch würden Universitätsspitäler und universitäre Kinderspitäler derzeit deutlich unterfinanziert, während kleinere Spitäler eher von der neuen Spitalfinanzierung profitierten. Die Unispitäler fordern deshalb unterschiedliche Tarife, bis SwissDRG alle relevanten Fallschwereunterschiede finanzieren kann.

Auch die nach Schweregrad bereinigten Fallkosten würden rund 20 Prozent höher als bei den übrigen Spitälern liegen. Bei einem einheitlichen Basispreis führe dies zu einem jährlichen Defizit von rund 350 Millionen Franken für die Unispitäler inklusive Kinderspitäler und Klinik Balgrist in Zürich.

Bis das Fallpauschalen-System von SwissDRG genügend differenziert weiterenwickelt sei, müssten seperate Basispreise - so genannte Baserates - für Universitätsspitäler gelten. Zudem soll die in Deutschland bewährte Differenzierungsentgelte zur Entschädigung komplexer und aufwändiger Behandlungen dringend übernommen werden.

In der Deutschschweiz gibt es drei Unispitäler: Das Inselspital in Bern und die Universitätsspitäler in Zürich und Basel. Die Romandie wird vom Centre hospitalier universitaire vaudois in Lausanne und den Hôpitaux Universitaires de Genève versorgt.

SDA-ATS