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Eine Million Menschen, die noch in Libyen oder bereits geflohen sind, brauchen gemäss UNO-Angaben Hilfe. Die Vereinten Nationen brauchen für die nötige Hilfe in den nächsten drei Monaten 160 Millionen Dollar.

Der am Montag lancierte Hilfsappell gehe von weiteren 200'000 Flüchtlingen aus, die sich den ebensovielen aus Libyen schon geflohenen Menschen anschliessen werden. Dies sagte UNO-Hilfskoordinatorin Valérie Amos vor den Medien in Genf.

Die UNO-Organisationen und ihre 17 Partnerorganisationen wollen bis Anfang Sommer auch 600'000 in Libyen verbliebenen Bedürftigen zu Hilfe kommen. Der aktuelle Hilfsappell werde in zwei Wochen den laufend ändernden Bedürfnissen angepasst, präzisierte Amos.

Nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) sind mit 200'000 Menschen lediglich 15 Prozent der in Libyen lebenden Gastarbeiter vor den Unruhen und Kämpfen geflohen.

Hunderttausende noch in Libyen

Der Flüchtlingsstrom habe sich in den vergangenen Tagen abgeschwächt. Die internationalen Bemühungen zum Heimtransport von Gastarbeitern habe die Situation an der tunesisch-libyschen Grenze entlastet.

Eine Verschlechterung der Flüchtlingslage sei aber zu befürchten. Bei einem erneuten Exodus müsste dann die Hilfe wieder aufgestockt werden, erläuterte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres.

Hunderttausende afrikanische Gastarbeiter befanden sich in Libyen. Nur sehr wenige von ihnen verliessen jetzt das Land. Allen anderen wagen sich nicht zu bewegen, zeigte sich Guterres besorgt.

Über die Gründe des jüngst erfolgten starken Rückgangs der Flüchtlingswelle aus Libyen konnte auch die UNO nur mutmassen: Einsatz von Gaddafi-treuen Einheiten an den Grenzen, schwierige Durchquerung des Westens Libyens wegen Kämpfen und Blockaden oder immer mehr Gefahren auf den Fluchtwegen.

Abklärungsmission nötig

Jene Menschen, denen die Flucht aus Libyen gelungen war, hatten nur einen Wunsch: In ihre Ursprungsländer heimzukehren. Sie wollten nicht in eine Drittland reisen, wie die IOM und das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) betonten.

Die UNO bemüht sich weiterhin in Kontakt mit libyschen Stellen um die Entsendung einer Abklärungsmission für Tripolis. Sie seien sehr besorgt über Berichte von Verletzten, die keine Hilfe erhielten. Deshalb sei ein ungehinderter Zugang nötig, sagte UNO-Hilfskoordinatorin Amos.

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SDA-ATS