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UNO bezeichnet Urteil gegen Schwule in Malawi als "diskriminierend"

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2010 - 16:38 publiziert
(Keystone-SDA)

Genf - UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay hat die Verurteilung eines homosexuellen Paars in Malawi zu 14 Jahren Gefängnis als "schockierend" bezeichnet. Das Urteil sei "unverhohlen diskriminierend", sagte sie.
Sie sei "schockiert und konsterniert" über das Strafmass und die Art und Weise, wie die verurteilten Männer im Gefängnis behandelt worden seien, heisst es in einer Mitteilung der Kommissarin.
Das erste schwule Paar, das im afrikanischen Kleinstaat symbolisch geheiratet hat, war am Vortag zu 14 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt worden. Damit verhängte das Gericht in der Stadt Blantyre die Höchststrafe.
Der Richter sagte zur Begründung, die harte Strafe solle vor allem mögliche Nachahmer davon abhalten, dem "abscheulichen Beispiel" der beiden Angeklagten zu folgen. Malawi sei nicht dafür bereit "zu sehen, dass seine Söhne seine Söhne heiraten".
UNO-Menschenrechtskommissarin Pillay sagte, die Rechtsgrundlage zu diesem Urteil stamme aus der Kolonialzeit. Dieses Gesetz sei diskriminierend. Es kriminalisiere und stigmatisiere Menschen. Die südafrikanische Juristin bedauert, dass solche Gesetze noch in vielen afrikanischen Staaten existieren.
Pillay rief die Regierungen dieser Länder auf, solche Gesetze aufzuheben. Denn sie verletzten mehrere internationale Abkommen, etwa die Afrikanische Charta der Menschenrechte.
Der 26-jährige Steven Monjeza und der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga hatten sich Ende Dezember in einer öffentlichen Zeremonie das Ja-Wort gegeben und waren direkt danach festgenommen worden. Seither sitzen sie in Haft.

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