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Die UNO hat am Wochenende dringend die Schaffung eines humanitären Korridors zu einem seit Monaten von der syrischen Armee belagerten Vorort von Damaskus gefordert. Vergangene Woche waren rund 3000 Bewohner aus Muadhamija al-Scham herausgeholt worden.

Doch es sässen noch ebenso viele Menschen dort fest, erklärte die UNO-Beauftragte für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, in New York. Anhaltende Kämpfe und Beschuss hinderten humanitäre Helfer daran, zu den Opfern zu gelangen.

"Ich rufe alle Konfliktparteien auf, einer sofortigen Kampfpause in Muadhamija zuzustimmen, damit die Hilfsorganisationen einen ungehinderten Zugang zu den verbliebenen Zivilisten bekommen und lebensrettende Medikamente und Lebensmittel liefern können", erklärte Amos.

Tausende Familien sässen auch in andern Orten inmitten von Kämpfen fest, etwa in Nubil, Sahra, den Altstädten von Aleppo und Homs und in Hassaka. "Wie viele weitere Kinder, Frauen und Männer werden unnötig ihr Leben verlieren?", hiess es in der Stellungnahme.

Der südwestlich von Damaskus liegende Vorort Muadhamija al-Scham wird grösstenteils von Rebellen kontrolliert, die Regierung hält vereinzelte Viertel. Seit Monaten belagert die syrische Armee den Vorort und bombardiert ihn fast täglich.

Ende August hatte die oppositionelle syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, zwei Kinder im Alter von drei und sieben Jahren seien in Muadhamija an der Folge von Mangelernährung gestorben.

Seit Beginn der Blockade des Vororts durch Regierungstruppen im April seien keine Ärzte mehr zu den Einwohnern gelangt. Muadhamija gehört auch zu den Vororten von Damaskus, die am 21. August mit Giftgas angegriffen wurden.

Der britische Chirurg David Nott berichtete nach einem Einsatz in Syrien über grausame Einsätze von Scharfschützen gegen Zivilisten. Offenbar unternähmen Scharfschützen zur eigenen Unterhaltung Zielübungen. Er habe an einem Tag mehrere schwangere Frauen mit Schussverletzungen behandelt, denen in die Gebärmutter geschossen worden sei. "Sie müssen direkt darauf gezielt haben", sagte Nott.

Widersprüchliche Angaben

Unterdessen gab es widersprüchlich Angaben zum Datum der geplanten Friedenskonferenz in Genf. Laut der Arabischen Liga soll sie am 23. November stattfinden. Dies sei bei einem Gespräch mit dem Syrien-Sondergesandten der UNO und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, vereinbart worden, sagte der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, am Sonntag in Kairo.

Brahimi erklärte dagegen, das Datum stehe noch nicht fest. Der Gipfel in Genf soll den Bürgerkrieg beenden. Allerdings lehnt die syrische Regierung jedes Abkommen ab, das den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad vorsieht. Die untereinander zerstrittenen Oppositionellen fordern dies jedoch als Bedingung. Ihre Teilnahme ist deshalb offen.

Am Donnerstag hatte die syrische Regierung bereits den 23. und 24. November als Datum für einen Gipfel genannt. Die USA und Russland widersprachen dem jedoch. Die beiden Staaten versuchen seit Monaten, die syrischen Bürgerkriegsparteien an einen Tisch zu bringen. In dem Konflikt sind mehr als 115'000 Menschen getötet worden, Millionen sind auf der Flucht.

Weitere Kämpfe

Auch am Wochenende gingen die Kämpfe unvermindert weiter. Bei einem Selbstmordanschlag in Hama wurden mindestens 31 Menschen getötet, darunter viele Soldaten, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete.

Unter anderem durch Vermittlung von Katar liessen Rebellen am Samstag in Aleppo neun libanesische Pilger nach mehr als einjähriger Geiselnahme frei. Im Gegenzug kamen zwei im August von Bewaffneten in Beirut entführte türkische Piloten kamen auf freien Fuss.

Die Regierung in Berlin räumte unterdessen ein, dass deutsche Unternehmen nicht nur Chemikalien, sondern auch Ausrüstung an Syrien geliefert haben, die zum Bau von Chemiewaffenfabriken verwendet werden kann. Die Lieferung von Spezialventilen und Pumpen sei mindestens bis 2009 genehmigt worden. Die Güter seien für militärische und zivile Zwecke verwendbar.

SDA-ATS