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UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Staatengemeinschaft zu einem stärkeren Einsatz gegen Ebola aufgerufen. "Wir müssen Versprechen zu Taten machen. Wir brauchen mehr Ärzte, Pfleger, Ausrüstung, Behandlungszentren und Evakuierungskapazitäten", sagte er in New York.

Das Problem sei "sehr ernst". Bans Vorgänger Kofi Annan warf dem Westen vor, Ebola ignoriert zu haben, weil Westafrika davon betroffen ist. "Die internationale Gemeinschaft ist erst aufgewacht, als die Krankheit die USA und Europa erreicht hat", sagte er im britischen Rundfunk BBC.

Auch die Teilnehmer des Europa-Asien-Gipfels (ASEM) in Mailand riefen am Freitag zu mehr internationaler Kooperation im Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf.

In der Abschlusserklärung zum Spitzentreffen wird die Ausbreitung des Virus als "ernsthafte Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit auf der ganzen Welt" bezeichnet. Es müsse eine umfassende und koordinierte Strategie gegen die Krankheit geben, heisst es in dem Dokument.

Helfer auf dem Weg

Ein Verband von fünf ostafrikanischen Staaten will 600 Helfer, darunter 41 Ärzte, in die Krisenländer schicken. Mit ihrer Entscheidung reagierte die Ostafrikanische Gemeinschaft auf die Sorge vor einer "schnellen Zunahme von Fällen und Toten", hiess es in einer Erklärung vom Freitag.

Von Grossbritannien aus brach derweil ein Schiff mit hundert Spitalbetten und medizinischer Ausstattung zu den Ebola-Regionen in Westafrika auf. An Bord des Schiffes der britischen Marine, das am Freitag von Cornwall ablegte, waren 750 Helfer. Sie sollen bis November in Sierra Leone ankommen und die Menschen dort bei der Bekämpfung des tödlichen Virus unterstützen.

Obama schickt Reservisten

US-Präsident Barack Obama genehmigte die Entsendung von Reservisten nach Westafrika. Ein entsprechendes Dekret wurde am Donnerstag vom Weissen Haus in Washington veröffentlicht.

Das Verteidigungsministerium wird ermächtigt, Reservisten der Streitkräfte für humanitäre Hilfsmassnahmen "in Verbindung mit der Ebola-Epidemie in Westafrika" zu entsenden. Vor allem geht es nach Angaben aus Militärkreisen um Spezialisten, die beim Aufbau der logistischen Infrastruktur helfen sollen.

Forderungen aus dem US-Kongress die US-Grenzen für Menschen aus Westafrika zu schliessen, lehnte Obama ab. "Alle Diskussionen mit Experten haben ergeben, dass das weniger wirksam wäre als die bereits in Kraft gesetzten Massnahmen", sagte er nach einem Ebola-Krisentreffen im Weissen Haus. Zugleich warnte der Präsident seine Landsleute vor Panikmache. Das Risiko sei für Normalbürger äusserst gering.

Flugpassagier in Madrid hat kein Ebola

Eine gute Meldung kam aus Spanien: Zwei von sechs dort mit Ebola-Verdacht ins Spital gebrachte Patienten sind nicht mit dem tödlichen Virus infiziert.

Ein Passagier aus Nigeria, der am Donnerstag auf dem Weiterflug von Paris nach Madrid von Schüttelfrost befallen wurde, sei negativ auf Ebola getestet worden, teilten die Behörden mit. Auch ein weiterer Patient, der im selben Krankenwagen wie eine Ebola-infizierte Krankenschwester behandelt worden war, sei negativ getestet worden.

In Spanien werden derzeit noch vier weitere Verdachtsfälle betreut, bei ihnen lagen zunächst noch keine Testergebnisse vor. Auch in Frankreich gab es eine vorsichtige Entwarnung für eine Krankenschwester, bei der Ebola-Verdacht aufgekommen war.

In Westafrika wütet Ebola seit Monaten. Es starben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits fast 4500 Menschen an der Viruserkrankung. Allerdings gab die WHO am Freitag bekannt, der Ebola-Ausbruch sei in Senegal beendet.

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SDA-ATS