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Uno-Generalsekretär António Guterres (Mitte) hat sich während einer Reise nach Costa Rica am Montag für die Wiederaufnahme des Friedensdialoges in Nicaragua eingesetzt.

KEYSTONE/EPA EFE/JEFFREY ARGUEDAS

(sda-ats)

Nach dem Tod weiterer Menschen bei Demonstrationen in Nicaragua wächst auch im Ausland die Kritik an der Regierung. Uno-Generalsekretär António Guterres bezeichnete das gewaltsame Vorgehen im Auftrag des Staates am Montag als inakzeptabel.

"Es ist ganz wichtig, die Gewalt sofort zu stoppen und einen nationalen politischen Dialog wiederherzustellen", sagte er auf einer Pressekonferenz im benachbarten Costa Rica.

Bisher hatte sich Guterres noch nicht so ausdrücklich zu dem Konflikt in Nicaragua geäussert. So hatte ihm die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) vorgeworfen, sich nicht deutlich genug für ein Ende der Gewalt in Nicaragua einzusetzen. Guterres handele "feige und kraftlos", sagte der Leiter vom HRW in Amerika, José Miguel Vivanco, der Zeitung "La Nación". Dass er sich bisher nicht stark genug positioniert habe, sei bedauernswert.

Costa Rica habe bereits mehr als 10'000 Gesuche für Schutz von nicaraguanischen Staatsbürgern erhalten, schrieben der costaricanische Friedensnobelpreisträger Óscar Árias und weitere Ex-Präsidenten des Landes in einem Brief an Guterres.

Proteste vielerorts

Das US-Aussenministerium rief die Regierung von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega zudem dazu auf, die Forderungen der Bevölkerung nach demokratischen Reformen umgehend zu beherzigen und Wahlen abzuhalten.

In der Hauptstadt Managua gingen auch am Montag Hunderte von Menschen auf die Strassen. Sie forderten Gerechtigkeit für die Opfer der jüngsten Proteste. Am Wochenende waren bei Demonstrationen gegen Ortega zwölf Menschen ums Leben gekommen. Seit Beginn der Unruhen im April sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation CENIDH mindestens 275 getötet worden.

Ausgelöst wurden die Proteste durch Ortegas überraschende Ankündigung, Rentenleistungen zu kürzen. Zwar rückte er rasch von seinen Plänen ab, doch das gewaltsame Vorgehen von bewaffneten Gruppen und Polizei gegen Demonstranten führte zu einer landesweiten Protestwelle.

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