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UNO-Generalsekretär warnt vor Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste

Dieser Inhalt wurde am 22. Dezember 2010 - 11:48 publiziert
(Keystone-SDA)

Abidjan/New York - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat nach dem umstrittenen Ausgang der Präsidentenwahl in der Elfenbeinküste vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs gewarnt. Bereits jetzt gebe es Berichte über die Rekrutierung von Söldnern in den Nachbarstaaten, sagte Ban am Dienstag.
Nach Einschätzung der UNO hat Laurent Gbagbo, der selbsternannte Präsident der Elfenbeinküste, etwa 20'000 Bewaffnete unter sich: die Armee, die Präsidialgarde, die Polizei und liberianische Söldner.
Gbagbot bekräftigte unterdessen seinen Anspruch auf das Amt. "Ich habe die Wahl mit 51,45 Prozent der Stimmen gewonnen", sagte er am Dienstagabend in seiner ersten Fernsehansprache seit dem Beginn der politischen Krise in dem westafrikanischen Land. "Ich bin der Präsident der Elfenbeinküste. Ich danke der Bevölkerung dafür, dass sie ihr Vertrauen wieder in mich gesetzt hat."
Gbagbo erhebt Vorwürfe an Ouattara
Gegen seinen Herausforderer Alassane Ouattara, der nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft die Wahlen von Ende November gewonnen hat, erhob Gbagbo schwere Vorwürfe: "Die Unruhe, die wir jetzt in der Elfenbeinküste sehen, werden durch die Weigerung meines Gegners verursacht, sich den Gesetzen, Regeln und Prozeduren zu unterwerfen, die in unserem Land herrschen."
Ouattara und die internationale Gemeinschaft würden einen "Krieg" gegen die Elfenbeinküste führen und das Recht der Bevölkerung missachten, selbst ihre politischen Anführer auszusuchen, sagte Gbagbo. Er forderte Ouattara auf, das Golf-Hotel in Abidjan zu verlassen, in das er sich mit Anhängern zurückgezogen hatte und in dem er von hunderten Blauhelmsoldaten beschützt wird.
Gbagbo erklärte sich zugleich zu einer internationalen Untersuchung der Unruhen bereit. Die Untersuchung solle von der Afrikanischen Union angeführt werden, auch Experten von anderen afrikanischen Staatenbündnissen, der UNO, der EU und von Grossmächten wie den USA und Russland sollten an der Untersuchung teilnehmen.
Internationaler Druck wächst
Der internationale Druck auf den selbsternannten Präsidenten wird unterdessen immer grösser. Nach der EU verhängten auch die USA ein Einreiseverbote gegen Gbagbo, Familienangehörige und mehrere Vertraute.

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