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Angesichts des gewaltsamen Vorgehens der Islamistengruppe Boko Haram im Nordosten Nigerias hat der UNO-Nothilfekoordinator für die Sahelzone, Robert Piper, erschütternde Not in der Region beklagt. "Wir haben es mit schrecklichem Leid zu tun."

Im nordöstlichen Bundesstaat Borno sei laut Schätzungen zuletzt nur etwa ein Fünftel der Ackerfläche bestellt worden. Unter den aus ihren Heimatorten geflohenen Kindern gebe es "ein dramatisches Mass akuter Unterernährung" - in Bornos Hauptstadt Maiduguri mehr als 35 Prozent, erklärte der Australier der Nachrichtenagentur AFP.

Die angespannte Sicherheitslage erschwere es Helfern zudem, Bedürftige zu erreichen, sagte Piper, der auch beigeordneter Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten der Vereinten Nationen ist. Aus vielen Gegenden in Nigeria und auch in Nachbarstaaten hätten sich Nothelfer zurückziehen müssen.

"Es ist einfach zu gefährlich", sagte Piper. Er äusserte jedoch die Hoffnung, dass es in den kommenden Wochen gelingen werde, abgeschnittene Gegenden wieder zu erreichen und einen "humanitären Hilfskorridor" einzurichten.

Zehntausende Opfer

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit dem Jahr 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat und tötete bislang mehr als 13'000 Menschen. Etwa 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Gewalt. Häufig setzen die Extremisten Selbstmordattentäter ein, zuletzt verstärkt auch Frauen.

Die Armeen aus Nigeria, Kamerun, dem Niger und dem Tschad bekämpfen Boko Haram seit Februar gemeinsam und meldeten zuletzt immer wieder Erfolge. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau leistete inzwischen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat den Treueeid.

Gezielte Tötung

Piper sagte AFP, viele Geschichten von Flüchtlingen in der Region seien "vollends entsetzlich". In zahlreichen Fällen hätten Boko-Haram-Kämpfer gezielt alle männlichen Familienmitglieder bis hin zu kleinen Knaben getötet. Die Überlebenden seien hochgradig traumatisiert.

Piper rief die Weltgemeinschaft zu Spenden für die Bekämpfung der Not in Nigeria auf. Die UNO rechne für das laufende Jahr mit einem Finanzbedarf von 100 Millionen Dollar. Im vergangenen Jahr sei nur etwa ein Fünftel der benötigten Mittel eingegangen, beklagte Piper.

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SDA-ATS