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Die Delegierten des Zweitligisten Montlingen können ihre Jubelschreie nicht unterdrücken, als am 29. Juni im Stade de Suisse in Bern das Cup-Los gezogen wird: FC Basel.

Das Oberrheintal ist flach. Aber just schräg hinter dem Sportplatz von Montlingen erhebt sich ein breiter, hoher, trutziger Felsen, der Kolbenstein. Er gibt dem Sportplatz den Namen. Man könnte den stillgelegten Steinbruch die Eigennordwand vom Rheintal nennen.

Daselbst muss der grosse FC Basel am Samstag ab 18.15 Uhr alles daran setzen, einen Absturz zu verhindern. Die ganze Schweiz würde Zeuge der Sensation werden, denn der Match der 1. Hauptrunde im Schweizer Cup wird von SRF 2 live übertragen.

Für die in Meisterschaft und Europacup in englischen Wochen voll beanspruchten Basler könnte der Abstecher in die nordöstliche Ecke der Schweiz ein erholsamer, kräftesparender Abstecher werden. Aber die St. Galler aus der politischen Gemeinde Oberriet wollen den Trip zur Höllenfahrt werden lassen.

Ein Volksfest für die Vereinsgeschichte

Seit sie das Glückslos kennen, haben sie alles vorgekehrt, um den Samstagabend zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen und es dem übermächtig scheinenden Gegner so schwer wie möglich zu machen. "Wir unternehmen alles", sagt Vereinspräsident Patrick Zäch. "Es soll ein Volksfest werden." Rund um den Match werden über 200 Helferinnen und Helfer im Einsatz stehen. Sämtliche für den Samstag vorgesehenen Spiele der übrigen Mannschaften des Klubs konnten mit der Bewilligung des Ostschweizer Verbandes oder des SFV verschoben werden. Alle werden gebraucht.

Als St. Galler haben die Montlinger das Glück, dass der Kanton die nicht zu unterschätzenden Kosten für die Sicherheit rund um das Spiel übernimmt. So können Zäch und seine Vorstandskollegen damit rechnen, dass für den Verein ein schöner Reinerlös herausschaut. Eine temporäre Tribüne säumt den Platz, gegen 4500 Zuschauer werden erwartet. Würste und Tranksame werden rund um den Platz angeboten. Die Festwirtschaft kann eine ergiebige Einnahmequelle werden. Für den September 2009 hatte Montlingen schon einmal ein attraktives Los gezogen. Lugano (Schlussresultat: 0:4), seinerzeit in der Challenge League spielend, lockte 1400 Zuschauer an. Mit dem Match gegen Basel wagt sich der Dorfverein ein andere Dimension vor.

Lüchinger, Zigerlig, Pfirter

Der FC Montlingen ist mit seinem sportlichen Erfolg rundum zufrieden. Die 1. Mannschaft spielt in der regionalen 2. Liga. Ein Platz im vorderen Mittelfeld ist auch für die gerade beginnende Saison das Ziel. Viele Spiele in der Gruppe sind oberrheinische Derbys. Gegner sind unter anderen St. Margrethen, Altstätten, Rebstein, Au-Berneck und Buchs. Nur zu den Spielen gegen Weesen und Linth 04 in Näfels muss die Mannschaft etwas weiter reisen.

Aus den Junioren des FC Montlingen sind in der Vergangenheit ein paar bekannte Spieler hervorgegangen. Ein echter Montlinger ist Nicolas Lüchinger, der nach Abstechern zu Chiasso und Sion jetzt wieder für den FC St. Gallen spielt. Zwei weitere Montlinger, beides Verteidiger, spielten in den Sechzigern und Siebzigern ebenfalls in der höchsten Liga: Markus Pfirter bei St. Gallen und Basel, Hilmar Zigerlig bei Winterthur und Zürich. Es heisst, dass die längst wieder in der Gegend wohnenden früheren Rivalen sich am Cupmatch treffen und ihre alte Fehde beenden werden.

Buochs und Köniz als Gefährder

Welcher Super-League-Klub hat das schwierigste Los gezogen? Nach Papierform sind es Neuchâtel Xamax und Sion, die bei Yverdon respektive Köniz aus der Promotion League antreten müssen. Im Neuenburgersee-Duell könnte der Klassenunterschied tatsächlich am wenigsten deutlich zutage treten. Xamax ist in den letzten zwei Super-League-Spielen zweimal schwach aufgetreten, während Yverdon in der Promotion League ungeschlagen ist und der Spitzengruppe angehört.

Auch Köniz ist nach den ersten drei Runden in der dritthöchsten Liga unbesiegt. Trotz seiner zuletzt guten Leistungen in der Super League wird sich auch Sion vorsehen müssen.

Die notorischen Gefährder unter den 44 bisher weitergekommenen "Kleinen" im Cup sind Köniz selber und Buochs. Die Nidwaldner sorgten mit dem 1:0 gegen die Young Boys im September 2014 für die vielleicht grösste Überraschung der letzten Jahre. Am Sonntag empfangen die Buochser die Grasshoppers. Seit dem Husarenstück gegen YB haben sie sich um eine Liga verbessert, spielen jetzt in der Gruppe 2 der 1. Liga.

Auf dem Könizer Sportplatz Liebefeld, an der Grenze zur Stadt Bern gelegen, hatten schon verschiedene Super-League-Klubs grösste Mühe. Im September 2015 zogen die Grasshoppers als Verlierer (1:3) ab. Ein Jahr später erwischte es Lausanne mit dem gleichen Ergebnis. In der darauffolgenden Runde siegte Luzern in Köniz erst im Penaltyschiessen. Sion selber hatte seine erste Aufgabe im Cup in Köniz souverän gelöst. In den Achtelfinals der Saison 2014/15 siegten die Walliser 3:0.

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SDA-ATS