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"Heilung mit Kügelchen": ein in der Westschweiz praktizierender Arzt behauptet, Homosexualität therapieren zu können. Die Genfer Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. (Symbolbild)

Keystone/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Ein in den Kantonen Genf und Waadt praktizierender Arzt behauptet, Homosexualität therapieren zu können. Auf Ersuchen des Genfer Gesundheitsdirektors Mauro Poggia ist gegen den Mann am Mittwoch eine Untersuchung eingeleitet worden.

Er habe die Überwachungskommission für Medizinalberufe und Patientenrechte aufgefordert, eine Untersuchung zu eröffnen, sagte Poggia in einem Interview mit dem Onlineportal lecourrier.ch. in Berufung auf entsprechende Medienberichte.

"Allein die Tatsache, dass der Arzt zu glauben scheint, Homosexualität sei eine heilbare Krankheit, reicht aus, um eine Untersuchung einzuleiten", sagte der Staatsrat.

Der Franzose ist als Allgemeinmediziner in Genf zugelassen. Im Kanton Waadt benötigt er indes keine Bewilligung, weil er dort lediglich als Homöopath in Lausanne praktiziert.

"Ein Symptom wie jedes andere"

Der von 2009 datierende Inhalt der Website des Praktikers wurde zuerst über die sozialen Netzwerke verbreitet. Danach griff der französische Radiosender France Info das Thema auf.

In der Tagesschau des Westschweizer Fernsehens RTS am Dienstagabend sagte der Arzt: "Homosexualität ist ein Symptom wie jedes andere, wie Kopfschmerzen oder Heuschnupfen et cetera. Ich verstehe nicht ganz, wo das Problem liegt."

Die Überwachungskommission für Medizinalberufe und Patientenrechte müsse nun prüfen, ob seine Meinung unabhängig von seiner medizinischen Tätigkeit sei, ob eine Gefahr für seine Patienten bestehe oder ob er illegal eine medizinische Tätigkeit ausgeübt habe, sagte Poggia weiter.

Die Kommission kann Sanktionen gegen den Arzt verhängen oder sogar der Gesundheitsdirektion vorschlagen, eine Streichung der Berufszulassung zu veranlassen.

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SDA-ATS