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Ein Teil der einzigen Strasse zwischen Amsteg und Bristen ist am Sonntag abgerutscht. Die Felsmassen verschütteten das unterhalb der Abbruchstelle gelegene Strassenstück.

Baudirektion UR

(sda-ats)

Das Urner Bergdorf Bristen kann weiterhin nur zu Fuss erreicht werden. Für Notfälle hat die Rega drei Landeplätze eingerichtet. Am Dienstag wurden erste Sicherungsarbeiten an der Strasse ausgeführt. Für die Versorgung der Gemeinde wurde der Zivilschutz aufgeboten.

Am späten Sonntagabend war ein Teil der Strasse, die Bristen mit Amsteg verbindet, abgerutscht. Die Strasse dürfte während Wochen gesperrt bleiben. Bristen sei nur zu Fuss erreichbar, teilte die Baudirektion am Dienstag mit.

Der Fussmarsch vom Kraftwerk Amsteg bis nach Bristen Wasserschloss dauert rund 25 Minuten. Auf dem Marsch muss eine Höhendifferenz von über 200 Metern bewältigt werden. Erschwerend kommt dazu, dass der Wanderweg wegen der Niederschläge teilweise nur schwer begehbar ist. Der Weg werde deswegen ausgebessert und gesichert.

Zwischen Bristen Wasserschloss und Bristen verkehrt alle 20 Minuten ein Shuttle-Dienst mit insgesamt drei Kleinbussen. Erste Versorgungsflüge ins Dorf sind für Mittwoch vorgesehen. Für die 450 Einwohner von Bristen wurde eine Koordinationsstelle für Transporte eingerichtet.

Drei Heli-Landeplätze

Die Rega nahm in Bristen drei Helikopterlandeplätze in Betrieb. Ein Platz ist beleuchtet und kann auch in der Nacht angeflogen werden. Die Versorgung des Dorfes mit Spitex-Dienstleistungen ist gemäss Baudirektion gewährleistet.

Zur Unterstützung der Versorgungsaufgaben der Gemeinde wurde vom kantonalen Amt für Bevölkerungsschutz und Militär der lokale Zivilschutz aufgeboten. Er soll unter anderem bei Unterhaltsarbeiten am Wanderweg und bei Koordinationsaufgaben helfen.

Dank trockener Witterung begannen am Dienstag erste Sicherungsarbeiten im Gelände. Im oberen Teil der Strasse wurden Fels geräumt und freistehende Belagsstücke entfernt. Am Mittwoch soll die Abbruchstelle mit Spritzbeton gesichert werden. Die dazu notwendigen Geräte wie ein Betonsilo und ein Kompressor wurden bereits ins Schadengebiet transportiert.

Nach den Sicherungsarbeiten soll der Abtransport der Schuttmassen auf dem unteren Teil der Strasse beginnen. Erst danach ist klar, welchen Schaden der Erdrutsch am Sonntag an der Bristenstrasse anrichtete.

Schulbetrieb normalisiert sich

Die Primarschule Bristen, in der 32 Kinder unterrichtet werden, nahm am Dienstag den Unterricht wieder auf. Die Oberstufenschüler, die in Silenen zur Schule gehen, hatten noch einen Tag schulfrei.

Bis die Strasse wieder in Betrieb genommen wird, soll eine Notverbindung in das auf 770 Meter über Meer gelegene Bristen geschaffen werden. Neue Informationen seien nicht vor Mittwoch zu erwarten, teilte die Baudirektion mit.

Eine Option ist die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Standseilbahn des Kraftwerkes Amsteg. Diese war bereits 2003 benutzt worden, als die Strassenverbindung ebenfalls längere Zeit unterbrochen gewesen war.

Die Abbruchstelle habe sich am Dienstagmorgen unverändert präsentiert, teilte die Baudirektion mit. Das Erdbeben vom Montagabend, das in Uri deutlich zu spüren gewesen sei, habe zu keinen zusätzlichen Abbrüchen geführt. Ziel sei es nun, die Abbruchstelle zu sichern und zu verhindern, dass zusätzliches Wasser in die Schadensstelle eindringe.

SDA-ATS

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