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US-Botschafter beschwichtigt und warnt die Schweiz zugleich

Dieser Inhalt wurde am 05. Dezember 2010 - 06:10 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Nach der Veröffentlichung von geheimen US-Diplomaten-Depeschen durch Wikileaks versucht Donald S. Beyer, der amerikanische Botschafter in der Schweiz, seine Gastgeber zu beschwichtigen. Zugleich warnt er die Schweiz, Wikileaks-Gründer Julian Assange Unterschlupf zu gewähren.
Die Schweiz werde sehr sorgfältig überlegen müssen, ob sie jemanden, der vor der Justiz flüchtet, Unterschlupf gewähren möchte, sagt Beyer gegenüber dem "Sonntag". Beyer verweist darauf, dass gegen Assange in Schweden ein Haftbefehl erlassen worden sei und er auf der Interpol-Liste stehe - wegen des Verdachts auf Vergewaltigung.
Zugleich distanziert sich Beyer von seinem Vorgänger Peter Coneway, der gemäss den von Wikileaks veröffentlichten Depeschen die Schweiz als "frustrierende Alpendemokratie" bezeichnet hatte. "Meine Frau und ich finden die Schweiz überhaupt nicht frustrierend", sagte er im Interview.
Sein Vorgänger habe George W. Bush vertreten, er vertrete nun die Regierung Obama: "Es war eine andere Zeit und eine andere Situation".
Beyer möchte die Depeschen, welche aus der ganzen Welt in die USA geschickt wurden, nicht kommentieren. Es handle sich bloss um interne Arbeitsdokumente - und nicht um offizielle Regierungspolitik. Es sei aber sehr wichtig, dass die Diplomaten ehrliche und klare Berichte nach Washington schicken.
Auch gegenüber der "SonntagsZeitung" wiegelt Beyer ab. "Wir müssen uns keine Sorgen machen. Beide Seiten wissen, wie nahe sich die Schweiz und die USA stehen", sagte er. In anderen Teilen der Welt seien härtere Worte gefallen.
Der höchste US-Vertreter in Bern bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Bundesrätinnen Widmer-Schlumpf, Calmy-Rey und Leuthard "alles andere als frustrierend". Diplomat Beyer liess gegenüber der "SonntagsZeitung" offen, wie sich die USA verhalten werde, falls die Schweiz Julian Assange Zuflucht gewährt.

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