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Es ist die grösste Städtepleite in der Geschichte der USA: Die einst stolze US-Autometropole Detroit ist nach Jahrzehnten des Niedergangs bankrott. Die hoch verschuldete Stadt im US-Staat Michigan meldete am Donnerstag (Ortszeit) offiziell Insolvenz an.

Ein Schuldenberg von mehr als 18 Milliarden Dollar lastet auf der Stadt. "Das ist ein schwieriger, schmerzvoller Schritt", sagte der Gouverneur von Michigan, Rick Snyder, in einer Ansprache.

Der Schuldenstand aber sei unhaltbar. "Detroit kann einfach nicht genug Geld einnehmen, um die momentanen Verpflichtungen zu decken", sagte Synder.

Erst durch den Antrag auf Gläubigerschutz könne die Stadt wieder auf den richtigen Weg gelangen. Sonderfinanzverwalter Kevyn Orr, der Detroits marode Finanzen sanieren und die Stadt vor der Pleite retten sollte, sah in einem Gutachten "keine zumutbare Alternative".

Synder sagte, die schweren Finanzprobleme seien zu lange ignoriert worden. Mit den Möglichkeiten des Gläubigerschutzes solle Detroit nun wieder auf eine solide finanzielle Grundlage gestellt werden.

Das Weisse Haus teilte mit, Präsident Barack Obama beobachte die Lage in Detroit sehr genau. Wenngleich die Schwierigkeiten vor Ort gelöst werden müssten, "halten wir an unserer engen Partnerschaft mit Detroit fest", sagte eine Sprecherin.

Zentrum der Autoindustrie

Die Stadt im Nordosten der USA an der Grenze zu Kanada war einst eine blühende Industrie-Metropole, begründet vor allem durch die "Big Three", die drei grossen US-amerikanischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler. Noch immer haben sie in Detroit und im Grossraum Detroit ihren Sitz.

Noch in den 1950er-Jahren war Detroit mit 1,8 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt der USA, stolz "Motown" oder "Motor City" genannt. Seither aber ging es in mehreren Krisenwellen steil bergab. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte die Stadt einen einzigartigen Niedergang.

Mit den Krisen der Autoindustrie schlossen viele Fabriken oder wurden in die umliegenden Städte verlagert, Tausende verloren ihre Jobs, ganze Wirtschaftszweige wanderten ab. Die Folge war eine hohe Arbeitslosenquote, die Steuereinnahmen brachen ein. Heute zählt Detroit noch rund 700'000 Einwohner.

Hohe Kriminalität

Seit langem gehört Detroit zu den grössten sozialen Brennpunkten der Vereinigten Staaten mit hoher Kriminalität und riesigen Bauruinen mitten im Zentrum. Vor allem Downtown Detroit gleicht seit Jahren einer Geisterstadt mit maroden Häusern und einer vernachlässigten Infrastruktur. Viele Geschäfte stehen leer, es sind kaum Menschen auf den Strassen.

Zwar geht es den drei grossen Autokonzernen nach dem Absturz in der Finanzkrise vor ein paar Jahren inzwischen wieder vergleichsweise gut. Der Niedergang der Stadt wurde aber nicht gestoppt.

Zuletzt war Detroit kaum mehr fähig, die Kosten für seine Strassenbeleuchtung zu zahlen. Einsätze von Polizei und Feuerwehr wurden auf die wichtigsten Notrufe reduziert, die Müllabfuhr kam zu spät, und Abfallsäcke häuften sich vor den Häusern.

Detroit soll nun saniert werden. Ein Umstrukturierungsplan sieht laut Snyder vor, dass in den nächsten zehn Jahren 1,25 Milliarden Dollar in die Infrastruktur gesteckt werden - in Polizei und Feuerwehr, Müllabfuhr oder Strassenbeleuchtung. Das Ziel sei ein "Comeback" der Stadt.

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SDA-ATS