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Die Erhöhung des Leitzinses dürfte die letzte grosse Entscheidung der abtretenden Fed-Chefin Janet Yellen gewesen sein. (Archiv)

KEYSTONE/AP/PABLO MARTINEZ MONSIVAIS

(sda-ats)

Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen erneut erhöht. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld steigt um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent, wie die Fed am Mittwoch mitteilte.

Die Federal Funds Rate, zu der sich Banken gegenseitig über Nacht kurzfristige Kredite geben, steigt damit zum dritten Mal im Jahr 2017, teilte die Bank nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mit.

2018 sollen drei weitere Schritte nach oben folgen, wie aus dem Zinsausblick der Währungshüter hervorgeht. Sie reagieren damit auf den konjunkturellen Aufschwung in den USA.

Normalisierung der Geldpolitik

Die US-Notenbank setzt ihren Kurs der Normalisierung ihrer Geldpolitik fort. Vorausgegangen war ein Jahrzehnt der extrem niedrigen Zinsen nahe der Nulllinie, mit dem Ziel, die Wirtschaft aus den Folgen der Finanzkrise zu führen.

Inzwischen wächst die US-Wirtschaft stabil. Der Arbeitsmarkt wuchs im November um weitere 228'000 Stellen, die Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent ist historisch niedrig. Die Fed rechnet auch für 2018 mit stabilen Konjunkturdaten.

Allerdings äusserte sich Yellen in ihrer letzten turnusmässigen Medienkonferenz als Fed-Chefin deutlich zurückhaltender als der gleichzeitig in Washington an die Öffentlichkeit getretene US-Präsident Donald Trump. Während Trump ein Wachstum von vier Prozent im nächsten Jahr in Aussicht stellte, gehen die Experten der Federal Reserve von 2,5 in diesem und im nächsten Jahr aus.

Das bedeutet für 2018 eine leichte Anhebung der bisherigen Prognose. Yellen äusserte sich zudem skeptisch über die hohe Schuldenlast in den USA, die durch die geplante Steuerreform Trumps noch steigen wird. "Persönlich bin ich besorgt über die Schuldensituation", sagte Yellen. Die Verschuldung sei nicht extrem hoch, aber eben auch nicht niedrig.

Yellen tritt bald ab

Der US-Dollar war bereits in den vergangenen Tagen im Vergleich etwa zum Euro gestiegen. Ein Euro kostete am Mittwoch 1,1739 US-Dollar. Die Zinsentscheidung war an den Märkten seit längerer Zeit erwartet worden.

Die Zinsanhebung am Mittwoch war mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzte Zinsänderung der Federal Reserve unter der Regie von Notenbankchefin Janet Yellen. Zwar steht kurz vor ihrem Abtritt am 31. Januar und 1. Februar nochmals eine zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses an. Dann wird jedoch keine Zinsänderung erwartet.

Anschliessend übernimmt Jerome Powell die Geschicke der US-Notenbank. Er war von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagen und vom Senat bestätigt worden. Powell gilt als Vertrauter von US-Finanzminister Steven Mnuchin. An den Märkten wird deshalb darüber spekuliert, ob der Einfluss der US-Regierung auf die grundsätzlich unabhängig agierende Notenbank steigen könnte.

Investoren an der Börse gilt Powell aber auch als Garant der Stabilität, auch weil er unter Yellens Führung jede grosse Entscheidung mitgetragen hat - so auch die vorherigen Zinserhöhungen im März und Juni 2017.

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