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US-Raumfähre "Endeavour" gestartet - Suche nach Antimaterie

Die US-Raumfähre "Endeavour" ist am Montag zu ihrem letzten Flug ins All gestartet. An Bord hat sie ein einzigartiges Messinstrument, das zu einem guten Teil in Genf gebaut worden ist. Der Detektor wird im All nach der rätselhaften Antimaterie suchen.

Der Space Shuttle hob pünktlich um 14.56 Uhr Schweizer Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab. Trotz leichter Winde und Wolken am Himmel verlief der zweite Startversuch in 17 Tagen problemlos. Hunderttausende Menschen, darunter 45'000 Gäste im Kennedy Space Center, wurden Augenzeugen des Spektakels.

Unter den Zuschauern war auch die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die bei einem Attentat im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden war. Sie ist die Ehefrau des "Endeavour"-Kommandanten Mark Kelly.

Kurzfristige Verschiebung

Der Abschiedsflug des Raumschiffes war ursprünglich für den 29. April geplant, musste aber wenige Stunden vor dem Start wegen eines Defektes am Heizungssystem für die Nottreibstoffversorgung verschoben werden. Die Raumfahrtbehörde NASA hatte den Countdown abgebrochen, als die sechsköpfige Shuttle-Besatzung schon auf der Startrampe war.

Die Mission zur Internationalen Raumstation ISS soll 16 Tage dauern. Die Mannschaft wird dort unter anderem einen zwei Milliarden Dollar teuren Teilchendetektor installieren. Das 6,8 Tonnen schwere Gerät namens "Alpha Magnetic Spectrometer" (AMS) soll dazu beitragen, mehr über den Urknall zu erfahren.

Rätselhafte Materie

Am AMS mitgearbeitet haben rund 700 Forscherinnen und Forscher aus über 60 Instituten und Hochschulen. Beteiligt waren unter anderem Wissenschaftler der Uni Genf und der ETH Zürich. Zusammengebaut wurden die einzelnen Bestandteile am Teilchenforschungszentrum CERN in Genf.

Die Hauptaufgabe von AMS ist es, die Antimaterie zu erforschen, die gemäss physikalischen Theorien bei der Entstehung des Weltalls frei wurde. Die Antimaterie besteht aus Teilchen, die "unserer" Materie exakt gleichen, aber eine andere Ladung haben. Da Antimaterie in der Atmosphäre zerstrahlt, müssen Messungen im Weltall stattfinden.

Ausserdem hoffen die Forscher, dank dem AMS einem anderen Mysterium des Universums auf die Spur zu kommen: der Dunklen Materie. Das Weltall soll laut Physikern zu etwa einem Viertel aus dieser Form der Materie bestehen. Weil sie kein Licht aussendet, entzog sich die Dunkle Materie bislang jeglichen Messversuchen.

Abschied von Space-Shuttles

Möglich macht die Messungen ein grosser Magnet im AMS, der die winzigen Teilchen ablenkt. Dadurch können Eigenschaften wie Ladung, Masse und Impuls bestimmt werden. Ein Vorläufer des Geräts wurde bereits im Jahr 1998 auf einen kurzen Raumflug geschickt. Hinweise auf Antimaterie oder Dunkle Materie fand er aber nicht.

Die "Endeavour" wird nach der Rückkehr von ihrem 25. Flug im Wissenschaftszentrum in Los Angeles ausgestellt.

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