Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Vermögen eingefroren und Geschäftsverbot mit US-Bürgern: Der mexikanische Fussballnationalspieler Rafael Márquez muss harte Sanktionen durch die USA hinnehmen. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/SERGEI GRITS

(sda-ats)

Wegen mutmasslicher Verbindungen zu einem Drogenkartell hat das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den mexikanischen Fussballnationalspieler Rafael Márquez verhängt. Der Sportler geht in die Offensive und bestreitet die Vorwürfe.

Er gilt als einer der besten Fussballer Mexikos - jetzt findet sich Rafael Márquez gemeinsam mit Drogenbaronen und Terrorhelfern auf der schwarzen Liste des US-Finanzministeriums wieder. Er habe als Strohmann für das Verbrechersyndikat des mexikanischen Rauschgifthändlers Raúl Flores Hernández fungiert, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

"Ich weise kategorisch jedwede Verbindung zu dieser Organisation und zu den Taten zurück", sagte Márquez auf einer Pressekonferenz auf dem Gelände seines Clubs in Guadalajara. Zuvor war er freiwillig bei der Staatsanwaltschaft vorstellig geworden und hatte seine Aussage gemacht. "Das ist das schwerste Spiel meines Lebens, aber ich werde es meistern", sagte er.

In Mexiko ist Márquez ein Star. Der Verteidiger spielte lange für den FC Barcelona und steht derzeit beim CF Atlas in Guadalajara unter Vertrag. Der brasilianische Fussballstar Ronaldinho nennt ihn "einen der Besten".

Vermögen eingefroren

Nun wird sein Vermögen in den Vereinigten Staaten eingefroren und US-Bürger dürfen keine Geschäfte mehr mit ihm machen. Zudem wird sein Visum annulliert. Insgesamt setzte das US-Finanzministerium den Angaben zufolge 22 Mexikaner und 43 Unternehmen auf die schwarze Liste. Es war die umfangreichste Einzelsanktion gegen ein mexikanisches Drogenkartell in der Geschichte des Ministeriums, wie es weiter hiess.

"Raúl Flores Hernández ist bereits seit Jahrzehnten im Geschäft, weil er Beziehungen zu anderen Drogenkartellen unterhält und Strohleute nutzt, um seine Einkünfte aus illegalen Drogengeschäften zu verschleiern", sagte der Direktor des Büros für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte im Finanzministerium, John Smith.

Flores war vor drei Wochen im Bundesstaat Jalisco festgenommen worden, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Gegen ihn liegt ein Auslieferungsgesuch der USA vor. Dort werden ihm Bildung einer kriminellen Vereinigung und Drogenschmuggel vorgeworfen. In Mexiko wurden mehrere Immobilien von Flores beschlagnahmt, darunter ein Casino in Guadalajara.

Auch Sänger soll geholfen haben

Auch der mexikanische Sänger Julión Álvarez soll Flores beim Geldwaschen geholfen haben. Er wies die Vorwürfe zurück. Er habe es nicht nötig, sich mit Drogenhändlern einzulassen, sagte er. "Was ich besitze, habe ich verdient", sagte er in einer Videobotschaft auf Facebook.

Flores war seit den 1980er Jahren im internationalen Drogengeschäft aktiv. Er soll Geschäftskontakte zum Sinaloa-Kartell und dem Verbrechersyndikat Jalisco Nueva Generación unterhalten haben. Im Gegensatz zu den oft schillernden Bossen der mexikanischen Unterwelt ist über Flores aber nur wenig bekannt.

Besonders geschickt soll Flores in der Geldwäsche und dem Anlegen seiner illegalen Gewinne sein. Nach Einschätzung des US-Finanzministeriums hat ihm Fussballstar Márquez dabei geholfen. Neun seiner Firmen und Organisationen wurden nun auf die schwarze Liste gesetzt, darunter eine Fussballschule und eine Stiftung.

Der "Kaiser von Michoacán" - wie er in Anlehnung an Franz Beckerbauer und seine Heimat genannt wird - war bei vier Weltmeisterschaften dabei und holte mit Barcelona zweimal die Champions League. In der Nationalmannschaft gilt der 38-Jährige noch immer als Führungsfigur und Motivator. "Durch sein Spiel macht er andere noch besser", sagte Trainerlegende Pep Guardiola einmal über ihn.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS